26.4.13
The Top Three Worst Inventions for China
Erfindungen machen unser aller Leben leichter, erhöhen unseren Lebensstandard sowie unsere Lebenserwartung und sind insgesamt eigentlich ziemlich cool.
ABER... es gibt ein paar Erfindungen die sind in den Händen der falschen Leute einfach nicht so cool....einfach nicht so gut aufgehoben. Atombomben zum Beispiel. Das Beispiel ist glaube ich gerade recht aktuell, gerade wenn ich selbst von China aus schreibe. Aber es gibt auch weniger krasse Beispiele. Und manchmal ist es nicht einfach nur der Charakter einzelner Leute der die Erfindung problematisch macht. Manchmal ist es einfach eine Eigenschaft die eine gesamte Gesellschaft hat... in China gibt ein paar Dinge die das Leben hier.... schwieriger gestalten als es sein müsste.
Es gibt zwei Dinge die man in China ertragen können muss wenn man hier leben will. Diese beiden Dinge haben jedoch nicht nur Nachteile. Sie können dem unbedarften auch helfen zu identifizieren welcher Nationalität ein Asiate ist der vor einem steht. Dadurch das In den letzten Jahren China immer reicher geworden ist gibt es mittlerweile auch schon in Europa chinesische Touristengruppen. Wenn man früher durch europäische Städte gegangen ist und ein paar Asiaten gesehen hat, dann wusste man: Hier sind Japaner unterwegs! Heute sind aber nicht nur Japaner unterwegs, es könnten auch Chinesen sein! Wie kann man sie unterscheiden wenn man als unbedarfter die Sprache nicht unterscheiden kann? Denn beide Gruppen knipsen gerne und viel mit dem Fotoapparat und schauen sich, sein wir uns ehrlich, sehr ähnlich.
Aber nicht verzagen! Jeder kann eine Chinesengruppe von einer japanischen Touristengruppe unterscheiden:
Es gibt zwei Dinge die man hier in China als Ausländer ertragen können muss. Diese sind dass die Chinesen einerseits für uns als unhöflich rüberkommen (auch wenn sie in wirklichkeit ganz nett sind und oft sehr hilfsbereit) und andererseits das die Chinesen sehr laut sind. Dadurch wird aber auch die Identifikation von Asiaten sehr einfach. Rennt eine Gruppe Asiaten an einer Touristenattraktion vorbei und man hört außer schnattern sehr viel geknipse von den Kameras dann sind es Japaner. Kann man aber das geknipse nicht mehr hören weil die Konversation unangenehm laut ist und manchmal durch spucken unterbrochen ist kann man sicher sein: Es handelt sich wohl um eine chinesische Reisegruppe. Chinesen sind daher auch sehr lautstärke-unempfindlich. Ich bin auch schon im Bus neben Damen gesessen die sich so laut unterhalten haben dass ich bei einzelnen ihrer Worte Schmerzen in meinem Trommelfell verspürt habe.
Aber ich schweife ab. Ich will mich heute ja mit den Top 3 schlimmsten Erfindungen für China beschäftigen.
Nummer 3:
Alarmanlagen. Alarmanlagen sind ja an sich wahrscheinlich gar keine so schlechte Sache. Jemand bricht bei dir ein, und wenn das Ding gut funktioniert und der Einbrecher seinen Job nicht richtig gemacht hat dann gibt es einen Höllenlärm und der Typ rennt davon. Coole Idee eigentlich. Ich kenne zwar eigentlich nur Geschichten in denen Fehlalarme von Alarmanlagen komische Situationen ausgelöst haben beziehungsweise Ruhestörend/Schlafstörend waren und keine Geschichten wo die Dinger wirklich nützlich waren, aber ich habe genügend Vorstellungskraft sagen zu können: Ja! Die können schon was bringen! Sei es nun in Häusern oder sei es in Autos. Die Chinesen haben aber auch heute noch immer sehr viele Mopeds und sie haben beschlossen sie wollen auch Alarmanlagen in diesen Mopeds haben.
Mopeds stehen überall herum. Auf dem Gehsteig, auf Parkplätzen, in Fussgängerzonen, auf dem Zebrastreifen und auf den Kreuzungen. Überall wird geparkt, dieses Volk ist oft sehr pragmatisch, auch bei der Suche nach Parkplätzen. Und da es viele Chinesen gibt, gibt es auch viele Mopeds und entsprechenden Bedarf an Abstellflächen. So stehen also oft Mopeds dicht an dicht. Passanten pressen sich vorbei, manchmal wird natürlich auch ein Moped ausgeparkt. Und ich habe vielleicht gesagt dass die Chinesen Lautstärkeunempfindlich sind.... die Alarmanlagen sind es jedoch nicht. Extrem häufig wird durch Lärm der Umgebung die Alarmanlage ausgelöst. Oder weil der Nebenmann ausparkt. Was dann folgt ist eine aufgeregte sehr laut eingestellte Alarmanlage. Natürlich muss die Alarmanlage laut eingestellt sein: Die Umgebung ist ja auch sehr laut, wie soll also sonst jemand Notiz nehmen wenn die Anlage verhältnismäßig leise wäre? Aber selbst bei der eingestellten höheren Lautstärke reagiert niemand! Denn fast jeden Tag wenn ich unterwegs bin höre ich ein oder mehrmals lautstark ein Moped jammern. In verschiedensten Höhen und Geräuschmustern. Klar reagiert niemand. Und nach einer gefühlten guten Minute hört das Moped wieder auf zu tuten. Somit hat sich der Sinn der Alarmanlage ziemlich aufgehört, weil es reagiert eh niemand. Der einzige Daseinszweck ist also die Geräuschkulisse auf den Straßen zu erhöhen.
Nummer 2:
Verstärker
Ich glaube ich habe mittlerweile schon erwähnt: Chinesen sind recht laut. Dadurch ist der durchschnittliche Lautstärkepegel recht hoch. Das ist mir besonders aufgefallen als ich letztes Mal zurück in Wien war und zu einem technischen Vortrag, welcher in einer Firma stattfand, gegangen bin. Da saßen plötzlich 15 erwachsene Männer in einem Raum und... es war angenehm still! Und der Vortragende konnte mit ruhiger Stimme sprechen! Und alle hörten höflich zu. Es war eine andere Welt.... in China ist alles lauter, also muss man laut sprechen wenn man gehört werden will: Also um auf sich aufmerksam zu machen muss man noch lauter werden als es im durchschnittlichen chinesischen Alltag schon ist. Wir alle kennen so etwas in einem Wirtshaus oder ähnlichem: will man dann gehört werden ist es anstrengend so laut zu schreien. Chinesen sind aber auch sehr geschäftstüchtig und verkaufen daher gerne Dinge. Sie finden es also auch normal dich verbal davon in Kenntnis zu setzen das sie da was verkaufen: du könntest das große rote Schild und den großen Laden von ihnen ja übersehen haben. Um dich verbal davon in Kenntnis setzen zu können müssen sie natürlich auch laut genug sein. Den ganzen Tag permanent zu plappern dass du bei ihnen kaufen sollst ist natürlich mühsam, aber da die Arbeitskraft billig ist stellen sich die Besitzer einfach ein paar Arbeiter an die dir dann mitteilen was du nicht tolles kaufen kannst. Den ganzen Tag kann aber nicht einmal der trainierteste Chinese schreien... die Chinesen sind daher große Fans von Verstärkern. Häufig wenn du also durch eine Straße mit Geschäften gehst wirst du also dann von verstärkten chinesischen Stimmen begleitet die dir in gelangweiltem Tonfall auf chinesisch welche Waren auch immer feilbieten. Seien es Schuhe oder Getränke, egal. Ich selbst kann ja nicht verstehen was sie da sagen. Aber der Elan mit dem diese Verkäufer ihre Waren feilbieten würde mich glaube ich selbst wenn ich sie verstehen würde nicht dazu bringen bei denen dann einzukaufen.
Immerhin wird die Geräuschkulisse um eine Facette reicher. Wenn dann noch Straßenmusikanten und vereinzelt auch Bettler diese segensreiche Technologie für sich entdecken ist die Kakophonie perfekt.
Nummer 1:
Tonband-/Abspielgeräte
Ja, zugegeben. Arbeitskraft ist billig in China, da kann man schnell wen anstellen der dann per Lautsprecher über die Waren plappert. Aber was wenn man ein ein-Mann-Unternehmen ist? Oder was wenn man einen mobilen Snackstand hat und nicht aufhören will seine Waren anzupreisen während man gerade mit einem Kunden über den Preis verhandelt? Oder wenn man einfach keine Lust hat mehr als einen Satz als Werbung zu verwenden, aber es doch irgendwie ermüdend findet den ganzen Tag ein und denselben Satz unentwegt zu sagen? Die Lösung ist genial wie einfach: Man verwendet ein Tonbandgerät/Abspielgerät! Eine perfekte Lösung oder? Besonders wenn man sie mit Worst Invention for Chinese #2 kombiniert! Ein Tonbandgerät inklusive Verstärker! Aaaah, so etwas macht Laune wenn man irgendwo für eine halbe Stunde warten muss und neben einem so ein Stand steht bei dem irgendein Satz permanent wiederholt wird. Das beste dabei ist aber: als ich dann meine Freundin fragte was denn da ständig wiederholt wird antwortete sie mir dass sie es nicht verstehen konnte: die Qualität war viel zu schlecht! Das ist nämlich das beste daran: meistens wenn ich die Dinger irgendwo höre ist die Audioqualität soooo grottenschlecht.... das offenbar nicht einmal Chinesen verstehen was da gefaselt wird. Und unser Ein-Mann-Unternehmer hört es sich dennoch freiweillig den ganzen Tag an, anscheinend ohne sich nur kurz Gedanken darüber zu machen ob der Sinn wirklich mehr als null ist....
Okay, zugegeben, ich bin sensorisch extrem empfindlich was Lärm und Töne betrifft. Mich macht auch sich ständig wiederholende Musik wahnsinnig. Oder knackt irgendwo die CD, man kann sich sicher sein das ich das mitbekomme, selbst wenn ich gerade im Restaurant ein interessantes Gespräch mit Freunden führe. Oder bei einem österreichischen McDonalds zu arbeiten mit dem ständigen Gepiepse... das könnte ich nicht. Mich macht ja schon das hohe Fiepen von so manchem Monitor fertig. Oder von Vorschaltgeräten von Leuchtstofflampen. Ich bin da also etwas extrem. Aber wie meine Schwester schon bemerkt hat: bei meinem Aufenthalt in China kann ich Gelassenheit lernen und üben.
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Hallo Felix!
AntwortenLöschenIch bin ein großer Fan deines Blogs und verfolge ganz gespannt deine Erfahrungen!
Ich wünsch dir weiterhin viele spannende Abenteuer und eindrucksvolle Erlebnisse!
Lg Elisabeth
danke, ganz lieb :)
AntwortenLöschenim moment fällt mir ja auch immer was zum schreiben ein. ich habe schon überlegt ob ich passagen die fader sind farblich markiere ;)
mal schauen was alles noch kommt!
lg