5.4.13

Die Schweizer die eigentlich Schweden sind

Heute wurde mir auf der Uni von der Szechuan Lehrerin und Leo mitgeteilt das heute abend eine Schweizer Band auf dem Uni Gelände spielen würde. Wenn ich kommen wolle, Tickets gibt es in der Verwaltung. Gut, dort musste ich eh runter um gleich nochmal zu erinnern das ich gerne meinen Pass mit der Aufenthaltsgenehmigung wieder haben will wenn es geht.... ich weiß schließlich das es bei Leo fast ein Monat gedauert hat bis er wieder seinen Pass hatte.... und wenn man bedenkt das mein Visum mit dem ich eingereist bin nur 30 Tage gültig ist.... egal. Jedenfalls habe ich dann in der Verwaltung 2 Karten bekommen. Schön das ich kommen wolle. Schweizer Band, Austauschstudenten, eine Trommelband, wird sicher schön. Alles toll. Ja den Pass... komm nächste Woche wieder vorbei. Alles toll. Tschüss.
Die Tickets kosteten gar nichts. Gut so.
Am Nachmittag hatte ich einen 1 to 1 Unterricht. Leo hatte seinen neu gekriegten Pass gleich verwenden wollen und ist in der Mittagspause zur Bank. Bei der chinesischen Effizienz verbrachte er dort dann einen ganzen Nachmittag und kam nicht zum Unterricht. Unsere Laotin ist ja sowieso nie da. Gestern hatte die kompetente Professorin sogar angerufen wo sie denn wäre. Warum sie denn nicht im Unterricht wäre. Ihre Antwort darauf war das sie müde sei, und deswegen beschlosse habe das es wichtig ist zu schlafen. Ah ja.
Jedenfalls.... 1 on 1 Unterricht. Der war gut, denn im Moment ist glaube ich mein gravierendstes Manko dass ich einen Satz der mir auf chinesisch gesagt wird nicht verstehen kann. Ich kann zwar alle Worte, und wenn ich sie einzeln höre kann ich sie zuordnen... ich kann sie auch selbst sprechen.... aber wenn mir jemand einen Satz gibt und selbst wenn ich alle Worte kennen sollte.... kann ich viele davon nicht zuordnen. Das liegt eben zum Teil daran das soviele Worte „schu schei zzzhs“ sind, also sehr ähnlich klingen und dann noch dazu manche sich nur durch den Ton unterscheiden.
Andere sind wieder sehr ähnlich. „Links“ zum Beispiel ist „zuo“. Gehen zum Beispiel ist „zou“. Klingt sehr ähnlich, und beide Worte werden natürlich auch gerne in einer gewissen nähe zueinander gesprochen.
Es hilft auch nicht gerade das „sein“ und „gehen“ verdammt ähnlich klingen: „sch“ und „dsch“
Naja, der Unterricht heute war daher deswegen gut weil die Lehrerin mir Fragen oder Aufforderungen auf chinesisch gegeben hat, die ich mir dann erstmal übersetzen musste und dann die Antwort formulieren musste. Ich denke ich war nach den 90 Minuten deutlich besser! Diese Professorin hatten wir aber zum letzten Mal. Sie hat jetzt die Möglichkeit gekriegt nach Kambodscha zu gehen um dort Chinesisch zu lehren. Daher haben wir ab nächster Woche eine andere Professorin.
Ich hoffe inständig es ist eine Kompetente!
Am Abend war schließlich die „Band“. Es gab mehrere Überraschungen. Ich hatte ja mit einer Performance auf dem Kampus unter freiem Himmel gerechnet. Außerdem wurde gesagt es kommen viele Ausländische Studenten. Was dann wirklich war....
es war schon nicht so einfach die Adresse zu finden. Ich gelangte schließlich zu einem Gebäude das eher wie eine moderne Oper oder Veranstaltungshalle aussah. Beim näher kommen fiel mir dann ein transparent auf, auf chinesisch und englisch. Im englischen stand da dann mit einem vergessenen Buchstaben etwas von: Wir heißen unsere Freunde von der Soundso Uni aus Schweden herzlich willkommen.
Ich und Leo gingen also hinein.
Wir waren in einer sehr sauberen, modernen, neuen und komfortablen Halle für 500 Personen mit Bühne vorne. Außer uns... sehr viele Chinesen und vielleicht 5 Laowais.
Performt hat dann wirklich neben ein paar Gruppen aus 2 von Kunmings Unis (die teilweise sehr gute und teilweise erbärmliche Vorstellungen abgaben) eine Gruppe aus Schweden:
7 junge Schweden, ich schätze keiner älter als 19, eher alle jünger und ein älterer Schwede als Leader der die ganzen Trommellieder komponiert hatte. Wirklich gute Performance, auch mit ein wenig Show. Der Leader könnte locker in großen Shows die Performances machen, das war verdammt gut und auch mit Witz! Er hatte dann sogar die einladende Direktorin der Uni eingebunden. Er wusste das diese Geige spielte und komponierte dann ein Stück wo sie ein wenig Geige mitspielen durfte... erinnert mich an die Werbung der Telekom Austria in der der Nemsic mitspielen durfte.... stell dich mit den Geldgebern gut indem du sie gut aussehen lässt und sie mögen dich :)
Auch das Publikum sollte beizeiten mithüpfen und klatschen. Die Unichefin ging auch durch und „ermunterte“ die erste Reihe zum aufstehen und mithüpfen. Dort saßen leider Leo und ich... okay, also hüpften dann vorne 2 Laowais für ein Lied. Gut, hüpfen und headbangen kann ich ja noch, da habe ich ja genügend Übung darin. Ich habe aber an dem Tag bemerkt das es sich rächt wenn man vor dem Hüpfen und Headbangen seine Haare und damit natürlich auch seine Dreads gewaschen hat....
Ich bin mir jedoch nicht sicher ob die Schweden für mich das Highlight waren oder die chinesische Performance in der 2 Chinesen inklusive schlechter Choreographie von einem Haufen anderer Chinesen das Lied „Edelweiß“ gesungen haben! Ihre Stimmen passten jedoch zur Qualität der Choreographie....
Ich mochte euch eigentlich dieses musikalische Schmankerl nicht vorenthalten, eigentlich habe ich ein Video aufgenommen... leider ging es mit meinem Handy verloren.
Nach dem „Konzert“ musste ich dann noch ein Foto von mir mit einem kleinen Chinesen machen lassen, aber das bin ich ja schon gewohnt.
Beim rausgehen erwähnte Leo dann noch das das Hotel daneben auch zu unserer Uni gehört. Mach Sachen! Mit meinem Studentenausweis krieg ich dort jetzt sogar Ermäßigung, damit kostet mich eine Nacht dort nur noch so 12€... nicht viel, aber für Kunming muss man sagen gibt es auch billigere annehmbare Sachen. Aber wahrscheinlich nicht in der Luxusklasse.

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