25.4.13

Ein Spaziergang in Kunming: Vorbildliche Blindenstreifen


Beim Spazierengehen fallen einem hier die Blindenstreifen auf die es auf fast jeder Straße gibt. Bei uns sind die ja nicht so verbreitet, hier in Chinna aber... zumindest hier in Kunming sind sie allgegenwärtig. In Südamerika sind sie mir auch schon aufgefallen. Auch dort gibt es sie viel häufiger als ich es von Österreich gewohnt bin. Vorbildlich für fortschrittlich orientierte Politiker bei uns im Westen oder? Ich kann mir dennoch nicht vorstellen dass hier irgendein Blinder diese Blindenstreifen nutzt. Zwar gibt es die Streifen, aber was nützen einem die wenn überall Mopeds drübergeparkt sind? Und einem oft passieren kann das man stolpert weil vor einem plötzlich ein Hügel im Pflaster auftaucht. Noch fieser für Blinde sind wahrscheinlich die niedrigen Äste in denen man sich dann mit seinen Dreads verhedd.... ach nein, Moment, Chinesen haben ja erstmal keine Dreads und sind andererseits auch nicht so groß wie ich, da hab ich was verwechselt. Okay, okay. Aber auch ohne die Größe und Dreads, der Aufwand und die ausgegebene Kohle sind wohl dennoch für die Katz. 
Blinde haben hier übrigens scheinbar genau eine schon fast fix vorgeplante Karriere: Masseur. Blinde Masseure gelten hier als besonders gut. Auf der Kunminger Kärntner Straße gibt es einen Abschnitt in dem lauter Sessel stehen und ein Blinder dahinter wartet das man sich hinsetzt um eine Massage zu bekommen. Ob das so entspannend ist wenn man in einer Einkaufsstraße sitzend massiert wird weiß ich nicht.... es gibt jedenfalls auch einige „Blind Massage“-Salons in denen kann man dann auch liegen. Massagen sind hier in China offenbar äußerst beliebt. Auf denen steht eben manchmal auch auf englisch „Blind Massage“, außer sie haben sich wie oft auf den Geschäftsnamen verschrieben und es steht dann so etwas wie zB „Bind Massage“....
Neben diesen Blindenmassagen werden auch oft in Hotels Massagen am Zimmer angeboten. Vor ein paar Tagen bin ich zu meiner Freundin gefahren die für die Nacht in einem Hotel übernachtet hat weil sie eine Touristengruppe hatte. Auf dem Zimmer war eine Werbung auf Chinesisch für Massage am Zimmer. Da das Hotel sich offenbar keine blinden Masseure leisten konnte haben sie stattdessen auf der Werbung die Masseusen verführerisch in die Kamera blicken lassen. Die (auf)reizende Unterwäsche hat deren subtilen Blick sogar noch untermauern können. Am Zimmer gab es dann außerdem noch für jeweils 10 Yuan Massageöle, Kondome, Performance-Enhancer und was man halt sonst noch so braucht wenn man... ja was eigentlich? Sich nach der entspannenden Massage von der Massuesin verabschiedet um dann entspannt mit seiner Freundin einen netten Abend zu verbringen? Weil das wird doch nicht etwa ein verstecktes Angebot sein mit der Masseusin... huch!
Naja, das ist jedenfalls nicht das erste Hotel in dem ich das hier in China finde. An sich wahrscheinlich ziemlich convenient, oder? Man stelle sich nur folgendes vor: ein Paar nach einem gestressten Tag voller Sightseeing.

Uff, schön wars, aber... ich bin so verspannt.... du Schatz, würdest du mich massieren?“
Ach geh, ich bin doch auch so fertig, ruf doch das Massagemädchen aufs Zimmer!“
Damit sind dann doch alle glücklich, nmh?

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