29.3.13

Wie ein Kolumbianer am Flughafen behandelt wird... und ein Klo-Update


keine Reparatur.... Natürlich ist heute niemand gekommen. Ich wäre milde positiv überrascht gewesen wenn dem so gewesen wäre. Faith scheint Konflikte zu scheuen.... zumindest mit anderen Leuten als mir ;)
denn ich muss sie ziemlich treten das sie mit wem redet und auf uns aufmerksam macht, geschweige denn das ich es schaffe sie dazu zu bringen sich aufzuregen. aber ich weiß natürlich nicht wie das in china hier so ist! laut ihr ist das alles halt so. Ich persönlich überlege einfach für alle tage die wir kein klo haben keine miete zu zahlen. Mal vom duschen abgesehen. Ich war gerade 2 stunden badminton spielen (um 3€ mit guangxi[=beziehung], wäre aber auch ohne guangxi billig gewesen) und danach ist man ja eher verschwitzt. Dass ich jetzt nicht duschen kann, darüber habe ich nicht wirklich nachgedacht....



soviel dazu. Jetzt aber zu der netten geschichte von leo, dem kolumbianer der nach china auszog um das chinesisch zu lernen. Also die geschichte die ich versprochen hatte:



Leo hatte sich also entschieden in China chinesisch zu studieren. Wenn man ihn fragt warum, dann sagt er er weiß es nicht. Wenn man ihn nochmal fragt, sagt er, ernsthaft, er weiß es nicht. Er hatte jedenfalls einmal auf die Karte geschaut und wollte wissen was genau auf der anderen Seite von Kolumbien auf dem Globus wäre. Es war China. Vielleicht hat das ja beeinflusst. Davor hat er in Kolumbien Elektrotechnik und Hardwarelayout studiert. Er meinte das war ziemlich hardcore zwei studien gleichzeitig. Zwei Studien? Warum hat er dann zwei studien gleichzeitig gemacht und sich nicht nur auf einer konzentriert? Stellt man ihm diese Frage sagt er, er weiß nicht warum. Ernsthaft.
Okay, also, er hatte sich ernsthaft entschieden chinesisch zu studieren. Wieso Kunming? Warum andererseits nicht? So hat er also dann gepackt und ein Flugticket gekauft. Von Kolumbien nach China zu kommen.... ein Europäer würde vermuten das man über die USA fliegen würde. Aber sein Flug ging von Bogota über Paris, dann Peking bis schließlich Kunming. Flüge über die USA seien auch nicht schneller meinte er.
Also flog er eben über Paris. Nach seinem ersten Flug von Kolumbien nach Frankreich war er schon entsprechend müde. Von seinen ganzen Erzählungen her vermute ich das er am Vortag ausgiebig gefeiert hat und entsprechend mit Kater eingestiegen ist. Wie dem auch sei ist er ziemlich schwach in Paris angekommen, und mit Kopfweh. Dort war Aufenthalt und er ging zur Krankenstation weil er ein Aspirin gegen die Kopfschmerzen wollte. Die Dame dort wollte seine Flugdaten haben, wie lange er geflogen war und fragte wie es ihm denn ging. Er gab die gewünschten Antworten und betonte das er nur ein Aspirin haben wolle, einfach auch nur kaufen. Er habe einfach nur Kopfschmerzen. Die Dame war jedoch sehr besorgt. Ob ihm auch wirklich nichts fehle. Sie könne einen Arzt rufen. Nein danke, nur ein Aspirin. Aber es wäre kein Problem einen Arzt zu holen. Er solle warten, gleich würde ein Arzt bei ihm sein. Auch weitere Beteuerungen ein Aspirin würde reichen wurden ignoriert. Zehn Minuten später standen 5 Ärzte um Leo herum und begutachteten ihn. Wie es ihm denn ging, was denn seine Beschwerden wären. Es dauerte eine Weile bis er seine göttlichen Retter in Weiß soweit hatte ihn in Ruhe zu lassen... er hatte doch nur Kopfweh. Ganz überzeugt waren die besorgten Damen und Herren jedoch nicht und er wurde begleitet: Denn die ganze Sache dauerte jedoch und er musste los um zu seinem Gate zu kommen. Aber erst natürlich der Security Check. Er also zum Security Check, legt die Sachen ab
Your jacket please“
Also die Jacke aus.
Open your bag please“
Gut, jetzt also auch noch die Tasche.
Your Shirt please“
Aaah, ja....
Please undress your trousers“
So ging also schließlich auch die Hose runter.
Währenddessen begann schon eine Konversation mit den Security Beamten. Woher er den komme. Ah, Kolumbien. Wohin er denn wollte? Ah China. Wohin? Kunming? Ah ja. Und was er dort wolle? Wirklich... chinesisch studieren wolle er also. Sicher sicher. Und gerade in Kunming ja? Und dann kam schließlich auch das magische Wort ins Spiel:
Do you carry any drugs?“
Die Beamten wollten auch dann wissen ob er denn irgendwie beweisen könne das er in Kunming studieren wolle damit sie ihm seine spannende Geschichte auch leichter glauben könnten. Im Vergleich zu mir hatte Leo sogar ein wenig chinesisches Papierzeug mit... sein Glück.
Natürlich dauerte der Security Check länger als Leo eingerechnet hatte und die Abflugszeit seiner Maschine war schon längst erreicht. Endlich war er durch die Kontrolle durch, doch kaum war er durch kam die nächste Gruppe auf ihn zu die ihn aufhielt. Diesmal von der Fluggesellschaft.
Unser kopfwehgeplagte Kolumbianer hatte dafür nicht mehr wirklich einen Sinn.
Sie fragten nach seinen Flugdaten und meinten das wäre halt jetzt blöd … weil das so lange gedauert hätte, naja und der Flieger.... und haben ihn dann zur Business Class upgedated! Paris nach Peking Business Class? Na das ist dann immerhin Glück im Unglück!



So, während ich das schrub war in der Zwischenzeit der Vermieter da. Sie haben begonnen den Schutt im Klo zusammenzukehren. Mit meinem heiligen Kehrbesen und Schaufel! Den Schutt! Aaaaah! Ich hoffe das Ding ist noch gescheit verwendbar!
Sie haben nicht angefangen das Klo wieder zu machen, aber immerhin. Der Vermieter hat mir versprochen das das ganze Morgen fertig ist... mit google translate kann man schon halbwegs kommunizieren. Wir werden sehen ob es fertig ist. Ich habe jedenfalls auch klar gemacht das ich erwarte dass das Bad in geputztem Zustand zurück gegeben wird.



So, das wars für heute! Jetzt werden noch ein paar Vokabeln gelernt! Mein erster mehrstündiger Versuch 24 Vokabel in mein Gedächtnis zu bringen (inklusive die Charakter lesen zu können) war nicht gerade von Erfolg gekrönt! Sowas kann man bei chinesisch wohl vergessen. 

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