29.3.13

Wie ein Kolumbianer am Flughafen behandelt wird... und ein Klo-Update


keine Reparatur.... Natürlich ist heute niemand gekommen. Ich wäre milde positiv überrascht gewesen wenn dem so gewesen wäre. Faith scheint Konflikte zu scheuen.... zumindest mit anderen Leuten als mir ;)
denn ich muss sie ziemlich treten das sie mit wem redet und auf uns aufmerksam macht, geschweige denn das ich es schaffe sie dazu zu bringen sich aufzuregen. aber ich weiß natürlich nicht wie das in china hier so ist! laut ihr ist das alles halt so. Ich persönlich überlege einfach für alle tage die wir kein klo haben keine miete zu zahlen. Mal vom duschen abgesehen. Ich war gerade 2 stunden badminton spielen (um 3€ mit guangxi[=beziehung], wäre aber auch ohne guangxi billig gewesen) und danach ist man ja eher verschwitzt. Dass ich jetzt nicht duschen kann, darüber habe ich nicht wirklich nachgedacht....



soviel dazu. Jetzt aber zu der netten geschichte von leo, dem kolumbianer der nach china auszog um das chinesisch zu lernen. Also die geschichte die ich versprochen hatte:



Leo hatte sich also entschieden in China chinesisch zu studieren. Wenn man ihn fragt warum, dann sagt er er weiß es nicht. Wenn man ihn nochmal fragt, sagt er, ernsthaft, er weiß es nicht. Er hatte jedenfalls einmal auf die Karte geschaut und wollte wissen was genau auf der anderen Seite von Kolumbien auf dem Globus wäre. Es war China. Vielleicht hat das ja beeinflusst. Davor hat er in Kolumbien Elektrotechnik und Hardwarelayout studiert. Er meinte das war ziemlich hardcore zwei studien gleichzeitig. Zwei Studien? Warum hat er dann zwei studien gleichzeitig gemacht und sich nicht nur auf einer konzentriert? Stellt man ihm diese Frage sagt er, er weiß nicht warum. Ernsthaft.
Okay, also, er hatte sich ernsthaft entschieden chinesisch zu studieren. Wieso Kunming? Warum andererseits nicht? So hat er also dann gepackt und ein Flugticket gekauft. Von Kolumbien nach China zu kommen.... ein Europäer würde vermuten das man über die USA fliegen würde. Aber sein Flug ging von Bogota über Paris, dann Peking bis schließlich Kunming. Flüge über die USA seien auch nicht schneller meinte er.
Also flog er eben über Paris. Nach seinem ersten Flug von Kolumbien nach Frankreich war er schon entsprechend müde. Von seinen ganzen Erzählungen her vermute ich das er am Vortag ausgiebig gefeiert hat und entsprechend mit Kater eingestiegen ist. Wie dem auch sei ist er ziemlich schwach in Paris angekommen, und mit Kopfweh. Dort war Aufenthalt und er ging zur Krankenstation weil er ein Aspirin gegen die Kopfschmerzen wollte. Die Dame dort wollte seine Flugdaten haben, wie lange er geflogen war und fragte wie es ihm denn ging. Er gab die gewünschten Antworten und betonte das er nur ein Aspirin haben wolle, einfach auch nur kaufen. Er habe einfach nur Kopfschmerzen. Die Dame war jedoch sehr besorgt. Ob ihm auch wirklich nichts fehle. Sie könne einen Arzt rufen. Nein danke, nur ein Aspirin. Aber es wäre kein Problem einen Arzt zu holen. Er solle warten, gleich würde ein Arzt bei ihm sein. Auch weitere Beteuerungen ein Aspirin würde reichen wurden ignoriert. Zehn Minuten später standen 5 Ärzte um Leo herum und begutachteten ihn. Wie es ihm denn ging, was denn seine Beschwerden wären. Es dauerte eine Weile bis er seine göttlichen Retter in Weiß soweit hatte ihn in Ruhe zu lassen... er hatte doch nur Kopfweh. Ganz überzeugt waren die besorgten Damen und Herren jedoch nicht und er wurde begleitet: Denn die ganze Sache dauerte jedoch und er musste los um zu seinem Gate zu kommen. Aber erst natürlich der Security Check. Er also zum Security Check, legt die Sachen ab
Your jacket please“
Also die Jacke aus.
Open your bag please“
Gut, jetzt also auch noch die Tasche.
Your Shirt please“
Aaah, ja....
Please undress your trousers“
So ging also schließlich auch die Hose runter.
Währenddessen begann schon eine Konversation mit den Security Beamten. Woher er den komme. Ah, Kolumbien. Wohin er denn wollte? Ah China. Wohin? Kunming? Ah ja. Und was er dort wolle? Wirklich... chinesisch studieren wolle er also. Sicher sicher. Und gerade in Kunming ja? Und dann kam schließlich auch das magische Wort ins Spiel:
Do you carry any drugs?“
Die Beamten wollten auch dann wissen ob er denn irgendwie beweisen könne das er in Kunming studieren wolle damit sie ihm seine spannende Geschichte auch leichter glauben könnten. Im Vergleich zu mir hatte Leo sogar ein wenig chinesisches Papierzeug mit... sein Glück.
Natürlich dauerte der Security Check länger als Leo eingerechnet hatte und die Abflugszeit seiner Maschine war schon längst erreicht. Endlich war er durch die Kontrolle durch, doch kaum war er durch kam die nächste Gruppe auf ihn zu die ihn aufhielt. Diesmal von der Fluggesellschaft.
Unser kopfwehgeplagte Kolumbianer hatte dafür nicht mehr wirklich einen Sinn.
Sie fragten nach seinen Flugdaten und meinten das wäre halt jetzt blöd … weil das so lange gedauert hätte, naja und der Flieger.... und haben ihn dann zur Business Class upgedated! Paris nach Peking Business Class? Na das ist dann immerhin Glück im Unglück!



So, während ich das schrub war in der Zwischenzeit der Vermieter da. Sie haben begonnen den Schutt im Klo zusammenzukehren. Mit meinem heiligen Kehrbesen und Schaufel! Den Schutt! Aaaaah! Ich hoffe das Ding ist noch gescheit verwendbar!
Sie haben nicht angefangen das Klo wieder zu machen, aber immerhin. Der Vermieter hat mir versprochen das das ganze Morgen fertig ist... mit google translate kann man schon halbwegs kommunizieren. Wir werden sehen ob es fertig ist. Ich habe jedenfalls auch klar gemacht das ich erwarte dass das Bad in geputztem Zustand zurück gegeben wird.



So, das wars für heute! Jetzt werden noch ein paar Vokabeln gelernt! Mein erster mehrstündiger Versuch 24 Vokabel in mein Gedächtnis zu bringen (inklusive die Charakter lesen zu können) war nicht gerade von Erfolg gekrönt! Sowas kann man bei chinesisch wohl vergessen. 

28.3.13

Chinesische Bauqualität

Ich dachte ich bringe heute mal ein Foto.
Und zwar ein Foto von unserem Bad/Klo in seiner derzeitigen verfassung:


ich bin mir nicht sicher ob ich es erwähnt hatte aber es gab ja berichte vom mieter unter uns das wasser zu ihnen rein rinnt. und zwar in deren küche. die arbeiter haben aber bei uns kein leck gefunden. meine vermutung ist ja noch immer das es mit dem exotischen "abflusssystem" der waschmaschiene zu tun hat, aber bei einer der inspektionen hat der vermieter laut faith wieder beteuert dass das sehr normal in china sei.... ich werde mal von dem ein video posten müssen.
das waren also so ein paar inspektionen, vom vermieter und auch von der hausverwaltung und den damaligen bauverantwortlichen. gefunden wurde soweit ich verstanden habe nichts.
heute waren "sie" dennoch da und haben mal das klo aus den angeln gehoben und sind jetzt wieder verschwunden. normalerweise steht die klomuschel links, dort wo auf dem bild jetzt der große haufen ist. ich war gerade auf der uni. wenn ich da gewesen wäre und chinesisch könnte hätte ich mich mächtig aufgeregt:
schon beim inspizieren (als ich auch auf der uni war) sind alle mit ihren straßenschuhen überall auf dem undankbaren boden hin und hergelatscht. die wohnung schaute dementsprechend aus (und war noch dazu frisch geputzt, ich hätte es eh noch ein wenig länger dreckig gelassen, da sieht man was man vom putzen hat... putzfrauen sind hier übrigens in privathaushalten offenbar eher unbekannt)
natürlich nach ihrer heutigen aktion ist die wohnung nur noch mehr drecking. angefangen mit den arbeiten haben sie um 14:00, um 17:50 sind sie gegangen. gnädigerweise haben wir jetzt immerhin wieder wasser. und wer braucht schon ein klo? immerhin gibt es eh im erdgeschoß ein öffentliches klo zum hockerln und sie haben ja versprochen das morgen wer vorbeikommt und das klo wieder richtet und dann funktioniert am abend wieder alles...

hallo? gehts noch? was soll der blödsinn? schlimm genug das wie ich erfahren habe faith auch noch gewartet hat bis sich wer von denen genehmt zu klopfen um zu inspizieren und dann einfach anzufangen. aber was ist mit dreck etc? weniger miete? kompensation oder so? soll ich laut faith vergessen, sowas ist nicht normal hier. klingt für mich wieder mal sehr... surreal, aber passt doch schon zu meinen erfahrungen. und auf englisch kann ich mich schwer aufregen. ich mein ich kann schon aber verstehen wird es keiner.

jedenfalls habe ich faith eingeschärft das bevor die arbeiter morgen beginnen geklärt ist das eine putzfrau über die wohnung drüber geht und das nicht wir das machen. schon bei der inspektion haben sie irgendwie die waschmuschel aus der wandbefestigung gehoben und diese wackelt jetzt fröhlich vor sich hin. das sollte auch gefixt werden.

sonst was neues? ja, zB das ich noch staerker meinen geschirrspueler vermisse und die zeit nutze mir vokabel einzutrichtern und dann auch die dazugehörigen chinesischen zeichen. außerdem kann mein windows jetzt pinyin damit ich (und vor allem faith) chinesische charakter schreiben kann. gegen das chinesische standardprogramm habe ich mich gewehrt und auf die windows 8 bordmittel zurückgegriffen. das ging leicht dank dieser webseite. mal schauen wie es sich bewährt. den router habe ich noch immer nicht zu wlan überreden können.... egal, ich habe ja zeit...


27.3.13

26.3.13 Postal Savings Bank die Zweite



Knapp 10:30 waren wir bei der Bank, Faith hatte gottseidank wieder frei. Als erstens sind wir zum Bankomaten um festzustellen das er noch genauso war wie wir ihn verlassen hatten.... ah ja.
Hinein in die Bank. Viele Leute, viele davon aber sitzend vorne an den Schaltern von 7 Schaltern 2 geöffnet, dort aber praktisch keine Schlange. Ach so, deswegen.... wir müssen eine Nummer ziehen.... die Nummer haben wir uns geholt ich bin aber dann dennoch an einen Schalter wo gerade eine Dame drinnen vorbeirauschen wollte und habe geklopft, Faith gleich hinter mir. Ich setze mich hin, sie sagt was auch chinesisch inklusive Begrüßung, ich begrüße auf chinesisch und fahre englisch fort, ihr blick wird glasig und sie schaut auf Faith und beginnt mit ihr zu reden und mich fortan zu ignorieren. Offenbar war ihr sofort klar das ich der Laowei sein musste der seine Karte wollte und der frecherweise ihren Bankomaten ausser gefecht gesetzt hatte.
Sie habe in der Früh in den Bankomaten geschaut, aber es wäre keine Karte drinnen gewesen die Karte müsse also weg sein.
Häää? Ah ja, eher unwahrscheinlich. Ich sage durch Faith die Karte muss noch da sein, ich habe sie schließlich noch nicht (warum wäre ich denn dann dort?) und ich verweise auf das Sicherheitsvideo wenn denn die Karte wirklich weg sein sollte dann sollte man das darauf sehen können. Nach diskutieren erklärt sie sich bereit nochmal nachzuschauen.
Nein, nichts.
Ich sage die Karte wird noch drinnen sein, das Ding ist schließlich hängengeblieben. Sie soll das Ding halt restarten.
Missmutig holt sie irgendeine Super-Karte die sie reinstecken will, in denselben Slot wo auch die Bankomatkarte reinkommt. Oh wunder, die Karte will nicht hineingehen, so ein Zufall aber auch! Mag das vielleicht daran liegen das meine noch drinnen ist?
Sie meint, gut sie wird den Techniker verständigen der ist in 10 Minuten dann da. Mehr kann sie selbst nicht machen an dem Ding. Nun hat sie die Theorie das durch die ganzen Bauarbeiten eventuell eine Leitung in die Zentrale gestört worden sei als ich grade abheben wollte und jetzt ist die Maschine halt so, das muss der techniker machen. Flupps und sie ist wieder weg. Kommt der Techniker denn nach 10 Minuten? Hätte mich auch gewundert wenn... Nach einer halben Stunde beginne ich mich wieder bemerkbar zu machen, gegen den Rat von Faith. Jaja, er ist auf dem Weg, normalerweise müsste er schon längst da sein. Danach ist die Dame nicht mehr auffindbar. Inzwischen weiß ich das diese riesige Filiale ganze 3 Mitarbeiterinnen hat und 2 alte Securitytypen einer davon sogar mit Schlagstock bewaffnet....
Es dauert nochmal so lange bis sie plötzlich kommt und unsere Telefonnummer will, der Techniker wäre irgendwo im Norden der Stadt wer weiß wann er kommt. Ich ergreife die Gelegenheit und lasse fragen ob sie denn nicht die Möglichkeit hat dem Ding den Strom abzudrehen. Denn daraufhin müsste sich der ATM ja restarten, und wohl die Karte ausspucken. Verwirrter Blick, dann ein „ja, das kann sie schon probieren“.
Na also, dann mach doch mal.
Der Bankomat wird restartet, wie ich am Bildschirm sehen kann laufen auch die chinesischen Bankomaten mit Windows XP, in diesem Fall mit einem Pentium Dual 1,8 Ghz und einem Fat32 Dateisystem. Beim hochfahren stürtzt das Ding 2 Mal ab und fährt dann nach überprüfung des Dateisystems hoch. Die Bankomatsoftware wird gestartet, wir hören Klicken aus dem Schlitz. Ah! Gutes Zeichen! In der Zwischenzeit kommt die Bankomattante wieder.
ob denn meine Karte braun wäre? Äh, nein, grau. Aha. Na dann ist die Karte die drinnen ist (aha, jetzt ist also doch eine Karte drinnen) nicht meine.
Wir sollen gehen, der Techniker wird das machen und wir werden verständigt. In der Zwischenzeit fährt sich der Bankomat nach einem Fehler gerade hinunter.
Ich meine, nein moment, sie soll jetzt nach dem neustart schauen ob eine Karte drinnen wäre an die sie jetzt rankommt, weil wir haben klickgeräusche gehört.
Nein, es sei keine Karte herausgespuckt worden sie habe ja nachgeschaut und das war das klicken. Ich kann sie überzeugen nochmal reinzugehen und nachzuschauen und siehe da, sie kommt mit meiner Karte zurück. Sie gibt mir die Karte und meint das Problem sei jetzt halt das die Karte gesperrt ist.
Ach ist sie das?
Wir haben jedenfalls was wir wollen und suchen erstmal das Weite.
Eine Testbehebung mit der Karte zeigte, dass sie wunderbar funktioniert. Die Testbehebung habe ich aber auf der ABC durchgeführt.



Mit dem ganzen Tanz haben wir den Vormittag verloren.... was machen leute die arbeiten müssen bei soviel chinesischer Ineffizienz!? Die Bank, Probleme mit Internet, Probleme mit Wasser... immerhin komme ich noch zum Nachmittagsunterricht. Die professorin die diesen „Listening“ Kurs führt ist auch wirklich professionell und das ganze ist informativ und lehrreich! Von meinen beiden Klassenkollegen ist keiner da, damit ist gerade die erste Stunde mit der Professorin noch lehrreicher. Im Vergleich zur „Reading“ Professorin hat sie mein Level schnell herausgefunden und entsprechend das ganze angepasst. Und sie erklärt auch grundsätzlich chinesisch und übersetzt dann wenn nötig auf englisch. Ich habe außerdem noch nie ein so schön gesprochenes Englisch von einem Chinesen gefunden. Zwar merkt man einen Aktzent, aber sie spricht auch englisch sehr deutlich.
Ein „Problem“ das der Kurs hat: Alle 3 Lehrer sind aus unterschiedlichen Teilen Chinas und jeder hat seine Vorstellungen wie etwas ausgesprochen werden sollte. Je nach Lehrer heißt es dann „das solltest du anders aussprechen!“. Außerdem habe ich gehört das hier Frauen anders Dinge aussprechen als Männer. Wir haben aber nur weibliche Professoren also frage ich mich wie ich nachher für chinesische Ohren klingen werde :)
Kennst du den Kolumbianer und der Österreicher mit den komischen langen Haaren und farbigen Zöpfen die da immer herumrennen und so tuntig sprechen...“
Na egal. Am Abend habe ich dann noch mit Faith einiges vom chinesisch das ich verpasst habe durchgemacht. Bezüglich Aussprache, beim lernen kann sie ja nicht helfen. Eine gewisse Herausforderung ist, dass Faith einen Sprachfehler hat und manchmal „l“ mit „n“ verwechselt, im englischen wie auch im chinesischen. Daher habe ich auch zB „scharf“ falsch eingelernt. Wenn ich dieses Wort verwende sage ich dann „wo“.
Dieses Essen ist aber wo!“ ist aber nicht sonderlich informativ und eher verwirrend.... aber wir passen beide deswegen auf und mit ihr das ganze durchgehen zu können gibt mir schon einen deutlichen Lernvorteil!



Außerdem haben wir nun Internet, lange hat es gedauert, die Firma war unfähig. Das Haus ist ja neu gebaut und daher mit Glasfasern durchzogen. Faith wusste aber nicht dass man die Dinger nicht wirklich biegen darf, ich denke das war dann der Grund warum nach ein paar Stunden das internet nicht mehr funktionierte, meine Warnung kam zu spät. Ein Typ von der Firma kam dann und hat es wieder gerichtet. Seitdem kämpfe ich damit dem Wireless Router zum Modem dazuhängen zu können damit wir auch WLAN haben. Das Setup des Routers ist jedoch etwas schwierig... alles ist auf chinesisch....

26.3.13

25.3.13 - Mein erster Kurstag



Nun war es soweit...heute war der erste Tag offiziell chinesisch lernen. Ich bin mit Faith in die Uni gegangen, da sie keine Kunden heute hatte war sie frei und wollte mich begleiten. Wir haben dann im Klassenraum gewartet. Der Raum kann so ca. 13 Personen fassen, jeder hat einen Stuhl und einen abgenützten Tisch, diese sind im Halbkreis um einen Tisch mit Stuhl in der Mitte angeordnet. Eine Tafel. Der Raum ist sehr klein, wie die kleinsten Klassenräume die ich in der AHS kennengelernt habe. Start war glaube ich um 8:50. Um 8:45 war noch immer kein anderer da. Nun, ich wusste ja das es nur 2 andere Studenten sein würden aber dennoch.... keine Menschenseele außer uns. Um 8:48.... nichts. Um 8:50.... niemand. War es etwa doch der falsche Raum? Nur weil auf dem Stundenplan Raum 513 steht bedeutet das noch lange nicht das es auch wirklich Raum 513 ist, wir sind schließlich in China.... Um 8:52 schaut plötzlich eine junge Asiatin in den Raum. Wir blicken sie an. Sie blickt uns an, und verschwindet wieder. Kontrolliert offenbar die Türnummer und betritt dann zaghaft den Raum. Faith hatte vom Namen auf dem Plan der Kurse schon gemutmaßt dass es sich um eine junge Person handeln würde. Damit ist meine Lehrerin also jetzt ca. so alt wie Faith. Letztere ist dann auch gleich gegangen.
Sie hat dann nach einigem zögern wie sie jetzt weitermachen soll weil sonst niemand aufgetaucht ist dann angefangen meine Aussprache auszutesten. Schließlich kam dann 15 Minuten zu spät Leo herein, mein Kurskollege. Kolumbianer, sagen wir um die 26. Aufgeweckter Bursche mit nicht allzu guten Englischkenntnissen aber sehr gut in der Lage sich zu verständigen und kurzen Haaren inklusive einem geflochtenen langen dünnen Zopf der länger ist als die Haare von Faith oder mir. Er meinte er habe verschlafen, aber das hat die Professorin offenbar eh nicht gestört. Scheinbar kam sie auch schon zu spät.
Er ist ziemlich interessant. Ich denke ich habe Glück ihn als Kurskollegen zu haben. Nicht nur weil er doch halbwegs englisch kann (für einen Südamerikaner) und als Südamerikaner ja nicht wirklich reserviert ist. Ein 30-Jähriger Wiener der auf der technischen Uni in Kunming chinesisch studiert ist ja schon exotisch genug, aber ein Kolumbianer mit gebrochenem Englisch der Elektrotechnik und Hardwarelayout studiert hat und in Kunming Chinesisch studiert (und noch dazu kein Geld in der Tasche hat) ist noch exotischer. Wir haben noch mehr gemeinsam: ich werde ja wegen meinen Haaren doch schon mal gefragt ob ich nicht Drogen kaufen will oder ob ich welche verkaufen kann. Er als Kolumbianer.... kennt diese Situation. Wie klischeebeladen ist eigentlich der Normalbürger wenn einen selbst im hintersten China Australier nach Drogen fragen? Zumindest die Chinesen haben uns beide deswegen nicht im Visier: Das Dreads oder Kolumbien was mit Drogen zu tun haben kann, davon wissen die nichts. Eventuell halt ausländische Studenten im allgemeinen werden mit Drogen in verbindung gebracht....
Nur Faith hat insgesamt gemeint sie ist froh dass ich nicht auf der normalen Uni chinesisch studiere, denn wenn da ein paar Thailänder in meinem Kurs wären... oder viele andere Studenten von auswärts.... die ausländischen Studenten seien sehr enthemmt und da gäbe es wilde Parties mit viel Alkohol und da hat sie auch schon gesehen wie einige Thailänder zusammen offensichtlich Drogen genommen haben. Nicht nur selbst sondern in der Gruppe was rumgereicht haben, also sogar zusammen Drogen konsumiert haben. Und da ist sie schon froh ich bin nicht gleich mit solchen Personen konfrontiert. Ja, mir fällt da auch ein Stein vom Herzen, das klingt ja ganz arg.
Ach ja... Drogen und Leo(nardo) aus Kolumbien.... das er nach Drogen gefragt wird ist aber noch nichts gegen die Geschichte die ihm am Flughafen passiert ist als er über Paris nach Kunming geflogen ist.... aber das erzähle ich ein anderes Mal.
Bei den Chinesinnen scheint er jedenfalls auch gut anzukommen. Weil er aber keine fixe Freundin hier hat wie ich ist er gezwungen mehr chinesisch zu reden und kennt sich schon ein wenig besser zurecht.



Aber genug davon. Zurück zum Unterricht. Der bestand darin das die Lehrerin dann meinte, schlagt Kapitel 9 auf, da sind die neuen Vokabel, lernt die mal und wenns fragen gibt, dann fragt mich. Aha, na dann.... viel mehr war nicht, ich habe halt dann von mir aus gefragt anstatt Vokabel zu lernen, das hätte ich auch so gekonnt. Besonders habe ich gefragt wie ich denn am besten systematisch den Stoff angehe den ich nachholen muss.
Leo hat dann angeboten mit mir den Stoff am Nachmittag durchzugehen. Das Angebot habe ich gerne angenommen. So saßen wir dann am Nachmittag bei scheinender Sonne, duftenden Blumen und Bäumen und zwitschernden Vögeln zu dritt am Uni Kampus, der ständig präsente Baulärm nur weit entfernt zu hören.
Faith und Leo gingen dann mit mir der Stoff durch, am meisten ging es eigentlich um die Aussprache, wann ich die ganzen Vokabel nachlernen soll ist mir im Moment noch schleierhaft.... wenn ich mich an die Schule erinnere kommt mir jetzt erst was das für ein Pipifax war neue Vokabeln in Französich oder Englisch zu lernen.... im chinesischen musst du die Aussprache und den Ton lernen UND das Zeichen dazu. Wenn dus selber schreiben können willst musst du dir merken in welcher Reihenfolge du die Striche schreibst.
Um 6 Uhr war ich dann komplett voll im Kopf, aber immerhin sind wir einmal alle Kapitel durchgegangen. Ich glaube hängen geblieben sind nur „gehen, lernen, entschuldigung, verzeihung, keine ursache, buch“.... aber vielleicht ist das nur meine pessimistische Art :)
Danach habe ich die beiden auf einen Snack eingeladen, und danach, weil Leo die geschichte erzählt hat das er genau noch 40Yuan in der Tasche hat und an den Rest nicht ran kommt weil im Moment sein Pass auf der Uni liegt, habe ich die beiden dann zum essen eingeladen. Vorher mussten wir nur noch auf der Uni Bibliothek ein Buch für die „Reading“ Class besorgen das am Vortag nicht da war. Es war aber auch heute nicht da, daher fuhren wir dann in noch 3 andere Buchhandlungen.... die das Buch auch alle nicht hatten. Und bei denen bei den wir nachgefragt haben meinten die Verkäufer auch sie würden das auch nicht mehr reinkriegen.... Fein.... am Mittwoch brauche ich es, ich werde es eventuell auf „Baidu“ dem chinesischen Amazon bestellen. Damit haben wir das dann aufgegeben und haben beschlossen, gut, dann gehen wir halt einfach nur essen. „Hot Pot“ sollte es wieder sein. Ich habe noch Bargeld gebraucht also haben wir noch einen Bankomat gesucht. Zwar ist es normalerweise kein Problem einen Bankomaten zu finden von dem man mit österreichischer Maestro Karte anheben kann, aber dennoch aktzeptieren nicht alle Bankomaten die Karten, und je nach Bank ist das Abhebelimit auch unterschiedlich.

Und jetzt passierte etwas verhängnisvolles. 


Ein guter Tipp: Vermeide JEDEN Kontakt zur Postal Savings Bank of China

Wir waren schon fast beim Restaurant und ich hatte noch immer kein Geld. Glücklicherweise war gleich bei dem von uns ausgewählten Restaurant eine Bank mit Bankomaten. Wir haben gerade lustig gewitzelt damit habe ich mein ungutes Gefühl nicht wirklich beachtet bei der Bank zu probieren Geld abzuheben. Denn ich weiß das es weder bei der BOC noch der ICBC noch der ABC noch der Commerce Bank of China eine Gebühr fürs abgheben gibt. Aber von der Postal Savings habe ich noch nichts gehört. Egal, ich brauchte schnell Geld und wir waren hungrig, ich würde es schon sehen und bisher habe ich ja doch noch nie extra Gebühren bezahlt, also probier ichs mal. Wenn der Bankomat keine Maestro Karten nimmt, müssen wir halt wandern. So der Gedanke.
Also Karte rein, PIN eingeben. Am nächsten Bildschirm gibt es zwei Optionen. Eine die ein englisches „Exit“ hat, und eine andere die keine Beschreibung hat. Okay, das ist China, diese Qualität kenn ich schon. Also auf den Button ohne Beschreibung gedrückt. Nun erschien „Transaction in Progress, please Wait....“ auf dem Bildschirm. Aber auch nach 3 Minuten warten war noch nichts passiert. Es sollte auch noch viele Stunden nichts passieren.
Faith und Leo dazugeholt, beratschlagt.... Auf dem Bildschirm steht eh eine Notfalltelefonnummer die man anrufen kann. Dort kommt man dann auf ein Band. Man kann sogar englisch auswählen. Dann sagt einem eine Stimme man wird verbunden. Dann wird die Verbindung unterbrochen.
Das erinnerte mich seeeeehr an meine erfahrungen mit der chinesischen Botschaft in Wien. Als ich dort anrief bin ich auch einfach auf eine tote Leitung gekommen. Aber bei einer Bank das notfalltelefon? Auch wenn Faith anrief, genau dasselbe. Tjaaaa.... was tun? Einfach gehen? Und was wenn irgendwann die Karte wieder ausgespuckt wird?
Nach 20 Minuten haben wir dann wen ans Telefon gekriegt, aber hatten einfach nur keine Ahnung und waren überfordert damit das eine ausländische Karte verwendet wurde.
ZB:
SUPPORT: „Was für eine Karte?“
FAITH: „Eine Maestro Bankomatkarte aus Österreich“
SUPPORT: „...eine Master Card?“
Die wussten nicht einmal ob die Karte funktionieren sollte oder nicht. Ich sollte halt die Karte sperren lassen. In Österreich anrufen und sperren lassen. Und dann halt morgen in der Filiale vorbeikommen und die Karte abholen und dann wieder entsperren. Wie das würde mich Geld kosten und wer soll mir das ersetzen? Wieso sollte sowas Geld kosten?
Immerhin haben sie uns nach einer halben Stunde diskutieren nicht mehr gesagt wir sollen doch einfach warten bis die Transaktion abgeschlossen ist, dann würde die Karte schon wieder rauskommen. Die „Chefin“ vom Support die dann doch irgendwann ans telefon gegangen ist hat auch dann wenigstens nicht mehr gemutmast ich hätte für 30 Sekunden nichts getan und daraufhin wäre meine Karte eingezogen worden. Wie dem auch sei, es führte zu nichts. Wir haben dann in einem Copy Shop ein paar „Bankomat defekt“ ausgedruckt und auf das Ding draufgepickt und beschlossen am nächsten Tag zur Öffnungszeit von der Filiale (10 Uhr) dort vor der Türe zu stehen. Im Lokal dann habe ich gefragt ob die Visa nehmen, die Antwort war dann ja. Also haben wir dann gegessen. Selbstverstänlich hat dann beim Zahlen die Kreditkarte bei denen nicht funktioniert, also hat dann Faith einspringen müssen mit der Rechnung.
Auf dem nachhauseweg sagte Faith schließlich sie hatte eh irgendwie kein gutes Gefühl als ich zu den Bankomaten der Postal Savings Bank gegangen bin. auch Chinesen vermeiden diese Bank normalerweise da das Service sehr schlecht ist, lange Wartezeiten und die Mitarbeiter unfähig und arrogant. Schließlich sagte sie dann auch das die Bank staatlich geführt wird. Ah ja, das erklärte mir schon einiges. Geben tut es sie weil es so eine Mischung zwischen Post und Bank ist und viele Pensionisten dort ein Konto haben, so habe ich es verstanden.
10 Uhr vormittags bei der Bank.... das hieß dann dass ich meine Vorlesung am Vormittag am verpassen würde, aber eine funktionierende Karte zu haben ist wohl wichtiger da ich noch immer kein Konto hier habe.




22.3.13

Finden wir eine Bank


Nachdem ich mich in Österreich etwas bei 2 Filialleitern einmal bei der Bawag und einmal bei der Bank Austria informiert habe, hatte ich ja schon einige Vorinformationen bezüglich Konto in China und Transferkosten. Das die etwas höher sein konnten habe ich schon auf ein paar Webseiten nachlesen können in denen Deutsche die nach China gezogen sind ein paar Erfahrungen preisgegeben haben. 
Eine sehr schöne Webseite mit Erfahrungen eines Deutschen mit China und in dem Fall mit Geldüberweisungen gibt es hier:
http://www.hallochina.de/ueberweisung-von-deutschland-nach-china.html
Deutsche haben es nur heute insofern leichter weil chinesische Banken mittlerweile sogar in Deutschland zu finden sind. Für Österreich gilt das leider nicht.



Beim vergleichen der Angebote von Bawag und Bank Austria bin ich dann draufgekommen das die Transaktionskosten bei der Bawag bei den für mich interessanten Transaktionen ein wenig billiger sind. Diese kosten 12 bzw. 30€ im Vergleich zu... bei der Bank Austria waren es glaube ich 19 bzw 40€. Was heißt 14 bzw. 30€? Nun, je nachdem ob beide Banken einzeln ihre Spesen verrechnen sollen, oder nur die Senderbank alle Spesen übernimmt. Sage ich der Bawag ich will alle Spesen von ihr erledigen lassen zahle ich bei einer Transaktion unter 12.500€ dann 30€ Spesen und die Sache ist gegessen. Soll meine Empfängerbank selbst Spesen verrechnen zahle ich der Bawag 12€ und meine Empfängerbank in China verrechnet dann X Spesen. Die details mit in-welcher-währung-wird-versendet-und-wo-wird-konvertiert lasse ich jetzt einmal weg.
Soweit so gut die Theorie von dem was ich in Wien in Erfahrung bringen konnte.



Leider haben diese Informationen so nicht wirklich mit dem zusammengepasst was ich bisher in China erfahren habe. Fast zu erwarten.
Von Transaktionsspesen wissen die Chinesen nichts wenn ich von Wien nach China überweise. Sie meinen nur das da eine Bank in der Mitte Spesen verrechnen wird, aber welche Bank das denn sei und wieviel das ist können sie mir nicht sagen.



Positiv war immerhin das ich eine Dame erwischt habe die Englisch konnte... eher eine Seltenheit. Ich war froh nicht auf Faiths Übersetzungskenntisse angewiesen zu sein weil dann hätte ich zwei Chinesen gehabt die mir „hilfreiche“ Tipps geben hätten wollen wie denn alles nicht zu laufen hätte. Die Schalterdame alleine hatte mir schon gereicht mit ihren Tipps. Tipps werden unter anderem dann gerne gegeben wenn eine Frage auftaucht bei denen Chinesen nicht ganz sicher sind ob sie sie verstanden haben und daher nicht antworten wollen. Dann geben sie dir „hilfreiche“ Informationen zu verwandten (oder gar nicht sooo verwandten) themen. Außerdem hat die Schalterdame ja gleichzeitig auch immer wieder andere Leute befragt wenn ich insistiert habe das meine Fragen beantwortet werden.
Was ärgerlich war ist das es kein BERATUNGSGESPRAECH gibt wie bei uns wo man sich hinten hinsetzen kann. Entweder das gibt es nicht oder ich konnte mich nicht verständlich machen. Das ganze dann am Schalter zu besprechen ist stressig.




Das waren jedenfalls meine Erfahrungen bei der Bank of China, bei der ich dann aufgegeben habe um dann zur ICBC zu gehen, eine andere Bank die in Europa Filialen hat.
Die waren aber überhaupt desinteressiert und ahnungslos und empfahlen mir sowieso zur Bank of China zu gehen.



So etwas hatte ich schon befürchtet, dass ich in Kunming niemanden professionellen finden würde bei dem ich gescheite antworten kriege. Ich habe jetzt jedenfalls die Adresse von einer Zweigstelle/Subunternehmen der ICBC die angeblich auf die Auslandskunden spezialisiert ist. Ich werde dort mal hinschauen.

再见!


Die ersten Tage

Eine neue Option tat sich auf: doch auf der KUST zu studieren. KUST steht für Kunming University for Science and Technology. Meine Freundin und ich hatten zwar diese Option schon einmal besprochen, aber da diese Uni nicht so „rennomiert“ ist, dann eher verworfen. und das obwohldie KUST näher an unserer wohnung ist. Nun ist sie aber wieder interessant geworden da erstens die Studiengebühren um ein Drittel billiger sind und außerdem der Kurs nur 2 Mann hoch ist. Also ich und ein zweiter. Gleichzeitig kann das Visum bis August ausgestellt werden.

Dieser Kurs bei der KUST bedeutet zwar dass ich keinen sofortigen Anschluss an andere Leute habe (da nur ein anderer Kursteilnehmer), aber es hat doch auch einige Vorteile, darunter auch das die KUST nur ca. 8 Gehminuten von meiner Wohnung entfernt ist und auch mehr Kurseinheiten bietet als das Chinesischsemester auf der "normalen" Uni. Zertifikat nach Abschlussprüfung gibt es auch. Na bitte. 
Am Freitag werde ich die Studiengebühren bezahlen, und dann kriege ich Visum und Studentenausweis. Beim Informieren fand ich mich etwas verloren, da meine Freundin dabei war und die Konversation mit den Unibediensteten in chinesisch begann. Daher waren dann 82% von allem Gesprochenen dann in chinesisch obwohl zwei von den drei Chinesen in dem Raum eh auch etwas englisch konnten. Die Chinesen haben da nicht so die Höflichkeit wie bei uns manchmal üblich die ganze Konversation dann in englisch abzuhalten. Ist ja außerdem egal das das ganze sowieso hauptsächlich mich betrifft :)

Beim ausfüllen des Antrags sollte ich schließlich hinschreiben auf welcher Uni ich bisher wie lange studiert habe. Hehe. Auf meine Aussage das ich aber keinen Uni-Titel besitzen würde meinte sie ich solle halt nur hinschreiben wo ich meinen Bachelor gemacht habe. Ach, dieses ausgefüllte Antragsformular verstaubt eh sicher bald irgendwo. 


再见!

ich bin dann mal weg


zwar nicht nach santiago de compostella, und ich bin auch nicht so berühmt aber das mache ich mit sex-appeal und toller frisur wieder wett. und so lange hatschen oder radeln wäre mich auch zu anstrengend, aber ein wenig spektakuläres muss ich aber dann doch ja reinbringen... also dachte ich china, und in china selbst eine für europäer unbekannte stadt, als ziel müsste spektakulär genug sein um das zumindest auszugleichen.

für alle die mir auf altmodischer art und weise schreiben oder sachen schicken wollen (ja, solche leute gibt es wohl noch) werde ich noch eine adresse besorgen und instruktionen wie das zeug genau zu beschriften ist, damit es bei mir ankommt.

vielleicht werden unsere post-ex-beamten damit eventuell überfordert sein. ein fax nach moskau zu schicken überstieg schließlich schon ihre fähigkeiten damals als ich gen russlag zog! wie werden die dann erst mit einer challenge fertig ein packet nach china zu schicken!? wir werden es vielleicht bald herausfinden!

tja, obwohl ich nur ein halbes jahr plane fortzubleiben, ist das anders betrachtet auch schon wieder eine verdammt lange zeit. schon alleine das planen der 5 monate hat mich einiges an zeit hier gekostet. wenn ich nicht vollzeit dazu in der lage gewesen wäre meine energie in den plan zu stecken, puh, keine ahnung wie das sonst gelaufen wäre.

der plan? ein semester chinesisch soll es also werden auf der "normal university of yunnan" wie eine der übersetzungen geheissen hat. cooler name für eine uni oder? ich hätte auch zB die "university for technology and science" nehmen können, die wäre von meiner wohnung noch näher gewesen, aber die erstgenannte hat einen besseren ruf fürs chinesisch lernen. und in die renommierteste universität von kunming, der stadt in die es mich also jetzt für ein paar monate zieht, hat es nicht sein müssen. ich bin ja nicht so eingebildet das ich unbedingt die beste uni brauche.... da sind dann sicher auch so schnösel oder so. und ganz zufällig wäre die uni auch um einiges weiter von meiner wohnung entfernt als die "normal university of yunnan" ....

ach ja, meine wohnung.... oder unsere wohnung eigentlich. genauer gesagt die von mir und meiner chinesischen freundin. ich nenne sie meistens bei ihrem englischen namen, das ist einfacher da man da in einem Satz auch nicht plötzlich auf die Töne des Namens achten muss wenn man den namen ausspricht. sie ist ja der eigentliche grund ist warum ich da ein paar monate nach china fahre. und natürlich gehört wohl eine portion abenteuerlust und neugierde dazu und die lust auf abwechslung und erfahrung.

meine chinesin ist schon eine süße wie ich denke ich nicht müde werde zu erwähnen wenn ich gefragt werde. im august wenn es für mich zurück geht schauen wir drauf das sie gleich im selben flieger sitzen kann.... mal europa ansehen. speziell für chinesen ist es denke ich sehr schwer sich vorzustellen das es woanders so ganz.... anders laufen kann. was ihr gleichzeitig bin ich mir sicher auch zu einigen "aha" erlebnissen verhelfen wird was mein verhalten angeht. da sie als tour guide oft relativ viel freizeit auf einmal hat und ich nun erstmals in meinem leben das echte studentenleben schnuppern werde und daher auch zu bestimmten zeiten viel freizeit haben werde (so stelle ich mir das jetzt zumindest mal vor) werden wir unserer beider gemeinsamen freizeit wohl viel... spazieren gehen wie das junge paare so tun. und da wir in china sind wird das auch bedeuten das sie viel essen wird.

essen, überhaupt eine der hauptbeschäftigungen der chinesen. warum sie ins essen so vernarrt sind? eine sehr gute frage die ich mir schon einige male gestellt habe. eventuell liegt es an ihrer vergangenheit. ich frage mich aber auch wo sie das hinessen. auch meine chinesin isst faszinierende mengen (und sagt mir auch manchmal ich könne nicht viel essen) und ist trotzdem verdammt schlank so wie fast alle die ich hier treffe. 

ich werde versuchen regelmaessig von meinen erfahrungen hier in china zu berichten... andere ein wenig teilhaben lassen. erfahrungen von einem der auszog das fürchten zu lernen!

so sitze ich und tippe auf dem frankfurter airport. ich habe ein gewisses deja vu.
denn ich habe diese flugstrecke ja jetzt schon das 2. mal innerhalb von ein paar monaten:
in wien wird einem gesagt das gepäck kann nicht durchgecheckt werden, daher muss man es in peking abholen und durch den zoll gehen und dann irgendwo wieder abgeben. aber es wäre schon eingecheckt, also ist es nur ein zurückgeben. genaueres nachfragen fördert nur zutage das das personal nicht weiß wie das läuft.
in frankfurt muss man dann die tickets die man in wien bekommen hat dann abgeben, denn nur in frankfurt ausgestellte tickets sind valide. also muss man sich anstellen, kriegt die tickets, und auf nachfragen wie das mit dem abholen und zoll gehen denn so aussieht sagen einem die angestellten dann, neinnein, das ist so gar nicht das ist eh durchgecheckt. da soll man sich keine sorgen machen, das war früher nötig jetzt gibts das nicht mehr, die wiener kollegen wüssten das nur noch nicht. im flieger angekommen am flug nach peking haben sie mir aber letztes mal dann doch erzählt das es sehr WOHL notwendig ist, das gepäck abzuholen und durch den zoll zu gehen.... bin gespannt ob das dieses mal wieder so läuft.

hier in frankfurt ist es am flughafen auch schon ein wenig lauter.... ich sitze schließlich an einem gate das nach china geht und hier gibt warten auch viele chinesen.... also ist es schon lauter. in china wirds dann noch ein wenig lauter werden.
aber ich bin ja vorbereitet. 3 verschiedene arten von ohrschutz habe ich mit. das sollte reichen. zumindest in der nacht ist es nicht laut. gut, eventuell ist der 20. stock in dem sich die wohnung befindet mit ein grund warum es nicht so laut ist. an toller isolierung der fenster liegt es jedenfalls definitiv nicht.

bei der geschwindigkeit in der in china aber häuser hochgezogen werden darf einen das aber auch nicht wundern. meine wohnung in wien ist anfang der 60er gebaut. ich stelle mir irgendwie vor das die situation damals in wien ähnlich war wie heute in ganz china: eine große, unstillbare nachfrage nach neuen wohnungen, und nur wenig zeit und ressourcen sie zu bauen. damit wird gehudelt und auch nicht so auf qualität geschaut (die bei den chinesen sowieso nicht wirklich als wichtig erachtet wird). so also auch die isolierung. gleichzeitig haben die häuser in diesem teil von china sowieso keine heizung, also wozu dann eine gescheite isolation einbauen...?

auf dem flug von wien nach frankfurt saß ich neben einem interessanten paar. erst habe ich sie nicht bemerkt weil ich in der nacht davor nur 2,5 stunden geschlafen hatte und die meiste zeit im flieger schlafend verbringe/verbringen will/verbringen wollte. haben auch erst kleinkram gemacht wie sich über profilartikel oder news oder so zu motschkern. ziemlich wie herr und frau muster aus dem kleingeistlichen millieu. aufmerksam bin ich geworden (und dann neugierig) als so worte fielen wie
"na wer ausm vorstand hat das dann gsagt? war das dann der haselsteiner?"
"na, net der. das war der geschniegelte. wie hat der gheissn?"

mann und frau, na sagen wir so er 48, sie 43, ziemlich posh gekleidet. gepflegter wienerischer dialekt. haben ziemlich miteinander geblödelt und auch geflirtet (aber offenbar schon etwas länger zusammen) und offenbar auf geschäftsreise. haben gerade einen geschäftsbericht von einer firma studiert in die sie offensichtlich eventuell investieren könnten. irgendwie wären dafür 15 millionen notwendig gewesen, aber der geschäftsbericht hat ihnen nicht gefallen weil ihnen da irgendwie im bericht nicht gepasst hat wie da 2,5 millionen aufgetrieben werden können.... und damit wars ihm dann zu teuer. ich fands interessant weil ich gerade ein paar tage davor mich um meine finanzen gekümmert habe und so "unsummen" wie 23.000 Euro neu veranlagt habe. die diskrepanz war lustig.
aber die beiden waren sympatisch, wir haben dann angefangen zu blödeln, da wir ins gespräch gekommen sind weil die plötzlich auftretenden turbulenzen die apfelsäfte der dame gefährlich nahe zum überschwappen brachten (und später auch taten). 
sie haben mir dann für die nächsten monate alles gute gewünscht, und unsere wege haben sich getrennt. 

tja.... soviel dazu.... wann geht der flieger nach china? ah, boarding beginnt.

再见!