Nachdem
wir schon 2 Parks gesehen hatten wollten wir dann doch ein wenig was
anderes noch ausprobieren.
Unser ursprünglicher Plan ging nicht
wirklich auf weil wir nicht wirklich früh aus dem Bett kamen... so
hatten wir nur noch den halben Tag. Als erstes suchten wir uns einen
Taxifahrer um ein paar Infos einzuholen. Wenn man chinesisch spricht
und auch vom Kommisionsspiel weiß dann kann man gute Infos von
Taxifahrern bekommen. Okay, na gut, als erstes gingen wir erstmal
essen, diesmal weniger scharf als am Abend damit ich etwas mehr essen
kann...
Unser erstes Ziel: ein Mekong River Cruise. Wir spielten
das mittlerweile schon eintrainierte Ausländer-mit-Tour-Guide Spiel
um recht viel Kohle zu sparen. Dadurch dass der Taxifahrer kaufte
sparten wir nochmal einen Euro.
Ich war dennoch recht unrund weil
es am Anfang nicht gut funktioniert hat und erstmal darin endete dass
ich alleine hinter der -wie in China üblich- ignorierten
Sicherheitskontrolle alleine stand und nicht wusste was passiert. Als
dann eine Chinesin mich ansprach ich solle aufs Boot gehen (wir waren
die letzten die noch nicht an Bord waren) erlaubte ich mir den
schnitzer ihr auf chinesisch mitzuteilen dass ich noch auf meine
Freundin warten würde und nicht wüsste warum sie noch nicht da ist.
Aber dann fiel mir ja ein dass sie mein Tour Guide war... also tippte
ich flux in Handy auf chinesisch „Tour Guide“ ein, zeigte es der
Dame während ich auf Faith deutete und wiederholte den Satz um ihre
Verwirrung komplett zu machen. Schließlich kam Faith und wir gingen
aufs Schiff.
Wir haben sogar noch ein wenig mehr getrickst, da
wir nur für das unterste Deck Karten hatten wobei die „Performance“
jedoch ganz oben war. Faith hatte durch Tour-Guide zwar die
Möglichkeit überall hinzukommen aber ich theoretisch nicht. Zwar
stellten sich auf 2 Decks Chinesen in meinen Weg, aber mit erst einem
für sie unverständlichen Stakkato aus englisch und verständnislosen
Blicken und dann Faith die auf sie einredete konnten wir dann hinauf.
Hier in Xishuangbanna gibt es noch weniger Westliche als in Kunming
von dem was ich die letzten Tage gesehen habe. Man erregt sogar noch
ein wenig mehr aufsehen.
Die
Performance war dann typisch aufs chinesische Publikum
zugeschnitten.
Erstmal gab es was zum essen. Hier in diesem Gebiet
sind natürlich die Früchte außergewöhnlich gut! Ich habe noch nie
so süße Ananas gegessen! Die schmecken hier fast so wie bei uns die
Ananas aus der Dose! Vom Süßgehalt her! Außerdem Melonen,
Erdnüsse, Sticky-Rice in Bananenblättern und Mais. Der Mais war
aber sehr besonders, denn es war Sticky-Corn! Ich wusste nicht einmal
das es so etwas gibt! Schaut aus wie unser Mais, nur ist er nicht
gelb, sondern stark weißlich nur an wenigen Stellen brauner als bei
uns. Und schmeckt süßer und gatschiger.
Wir die ja eigentlich
keine validen Karten für die Aufführung hatten saßen dafür in der
ersten Reihe und futterten soviel wir wollten. Der Rest der Chinesen
hatte dazu kaum Gelegenheit.... dann begann jedenfalls die
Performance.
5 ethnische Gruppen waren abgebildet, Laos, Thailand,
Xishuangbanna, Vietnam und Cambogia. Bauchfrei wurde getanzt wie sich
das hier so gehört. Bei dem ganzen Tamtam hat man halt leider nur
von dem Mekong absolut nichts mitbekommen! So etwas stört aber die
Chinesen nicht wirklich! Nach ein paar Stunden legten wir wieder am
Ursprungshafen an.
Danach ging es in einen Urwaldpark. Dafür
war es aber schon recht spät, so gegen 16 Uhr. Der ist von der Stadt
keine 20 Minuten entfernt. Wir würden den Park amerikanisch nennen:
man kann ein Elektrofahrzeug mieten um zu dem besten Aussichtspunkt
zu fahren. Außerdem gibt es einen Picknikplatz der aus riesigen
künstlichen Bäumen besteht.
Auch im Park: eine wunderschöne
Parkanlage mit Restaurant an einem kleinen See auf dem auch schwarze
Schwäne schwimmen und an dem Pfauen flanieren. Auf Wunsch und um
jeweils so 10 Euro singt das Personal für jeweils ca. 1-2 Minuten
ein Lied der lokalen Minderheit während man isst oder aufs essen
wartet. Dieses Restaurant war auch das erste das ich sah dem die
Hygienenote „A“ vergeben wurde! Das musste ich natürlich gleich
fotografieren. Gegessen haben wir dort aber nicht, wir sind weiter in
den Wald.
Was soll man sagen? Urwald halt. Netterweise haben sie
einen eigenen Weg auf einem Steg durchgelegt. War schön anzusehen
aber den brasilianische Urwald hat mich irgendwie mehr beeindruckt.
Der Steg war jedoch angenehm zu gehen und hat einen auch
vergessen lassen dass wir davor für lange Zeit auf einer
asphaltierten Straße entlangmarschiert sind bei denen uns Unmengen
von Elektroautos des Parks überholt haben... was nicht gerade ein
Urwaldfeeling war.
Beim zurückgehen haben wir dann noch wilde
Affen angetroffen. Die haben wir gerade dabei gestört wie sie sich
aus den Mülleimern bedient haben.
Außerdem gab es dort noch
eine altes restauriertes Minority-Village. Dort wurde ich dann noch
von einer der dort arbeitenden jungen Dame gefragt warum ich so
handsome wäre. Faith hat das netterweise für mich übersetzt.
Darauf wusste ich zwar mehrere Antworten aber ich wollte meine
Freundin nicht verärgern also sparte ich den Atem... war eh schwül
genug.
Mittlerweile neigte sich die Sonne schon gen Horizont und
die hiesigen Insekten setzten zu ihrem Konzert ein. Irre laut!
Aber
die Lautstärke ist auch nicht verwunderlich: Warum sollten die
chinesischen Grillen auch nicht laut sein wenn doch auch die Chinesen
laut sind?
Dann ging es zurück in die Stadt.
Essen am Mekong,
wir bestellten Krabben. Kostenpunkt immerhin 20 Euro, aber recht gut
zubereitet, sehr scharf aber ich habs gerade geschafft sie essen zu
können.
Dann haben wir uns die Flaniermeile angesehen die auf
einem Damm entlang des Mekongs geht. Viele Standeln, am Anfang davon
selbstverständlich nur Essen und Getränke, wir sind hier ja in
China... man kann sich für einen knappen Euro einen frischen
Fruchtsaft aus den unmöglichsten Früchten mixen lassen. Ein Angebot
dass ich gerne öfters in Anspruch genommen habe!
Der Tand zum
einkaufen war auch insofern beeindruckend weil eigentlich kein Stand
dasselbe hatte wie ein anderer Stand.
Am
Ende der Meile sind wir noch ein wenig weiter spaziert. Wir haben
dann sehr komische Geräusche vernommen. Erst dachte ich es wäre
irgend ein Mönchsgesang (aus versteckten Lautsprechern), dann ein
Instrument... später stellte sich heraus es waren riesige Frösche
die in Abflussrinnen saßen...
Dann ging es zurück ins Hotel, der
Tag war geschafft!
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