15.7.13

Der zweite Tag in Xishuangbanna

Nachdem wir schon 2 Parks gesehen hatten wollten wir dann doch ein wenig was anderes noch ausprobieren. 
Unser ursprünglicher Plan ging nicht wirklich auf weil wir nicht wirklich früh aus dem Bett kamen... so hatten wir nur noch den halben Tag. Als erstes suchten wir uns einen Taxifahrer um ein paar Infos einzuholen. Wenn man chinesisch spricht und auch vom Kommisionsspiel weiß dann kann man gute Infos von Taxifahrern bekommen. Okay, na gut, als erstes gingen wir erstmal essen, diesmal weniger scharf als am Abend damit ich etwas mehr essen kann...
Unser erstes Ziel: ein Mekong River Cruise. Wir spielten das mittlerweile schon eintrainierte Ausländer-mit-Tour-Guide Spiel um recht viel Kohle zu sparen. Dadurch dass der Taxifahrer kaufte sparten wir nochmal einen Euro.
Ich war dennoch recht unrund weil es am Anfang nicht gut funktioniert hat und erstmal darin endete dass ich alleine hinter der -wie in China üblich- ignorierten Sicherheitskontrolle alleine stand und nicht wusste was passiert. Als dann eine Chinesin mich ansprach ich solle aufs Boot gehen (wir waren die letzten die noch nicht an Bord waren) erlaubte ich mir den schnitzer ihr auf chinesisch mitzuteilen dass ich noch auf meine Freundin warten würde und nicht wüsste warum sie noch nicht da ist. Aber dann fiel mir ja ein dass sie mein Tour Guide war... also tippte ich flux in Handy auf chinesisch „Tour Guide“ ein, zeigte es der Dame während ich auf Faith deutete und wiederholte den Satz um ihre Verwirrung komplett zu machen. Schließlich kam Faith und wir gingen aufs Schiff.
Wir haben sogar noch ein wenig mehr getrickst, da wir nur für das unterste Deck Karten hatten wobei die „Performance“ jedoch ganz oben war. Faith hatte durch Tour-Guide zwar die Möglichkeit überall hinzukommen aber ich theoretisch nicht. Zwar stellten sich auf 2 Decks Chinesen in meinen Weg, aber mit erst einem für sie unverständlichen Stakkato aus englisch und verständnislosen Blicken und dann Faith die auf sie einredete konnten wir dann hinauf. Hier in Xishuangbanna gibt es noch weniger Westliche als in Kunming von dem was ich die letzten Tage gesehen habe. Man erregt sogar noch ein wenig mehr aufsehen.

Die Performance war dann typisch aufs chinesische Publikum zugeschnitten.
Erstmal gab es was zum essen. Hier in diesem Gebiet sind natürlich die Früchte außergewöhnlich gut! Ich habe noch nie so süße Ananas gegessen! Die schmecken hier fast so wie bei uns die Ananas aus der Dose! Vom Süßgehalt her! Außerdem Melonen, Erdnüsse, Sticky-Rice in Bananenblättern und Mais. Der Mais war aber sehr besonders, denn es war Sticky-Corn! Ich wusste nicht einmal das es so etwas gibt! Schaut aus wie unser Mais, nur ist er nicht gelb, sondern stark weißlich nur an wenigen Stellen brauner als bei uns. Und schmeckt süßer und gatschiger.
Wir die ja eigentlich keine validen Karten für die Aufführung hatten saßen dafür in der ersten Reihe und futterten soviel wir wollten. Der Rest der Chinesen hatte dazu kaum Gelegenheit.... dann begann jedenfalls die Performance.
5 ethnische Gruppen waren abgebildet, Laos, Thailand, Xishuangbanna, Vietnam und Cambogia. Bauchfrei wurde getanzt wie sich das hier so gehört. Bei dem ganzen Tamtam hat man halt leider nur von dem Mekong absolut nichts mitbekommen! So etwas stört aber die Chinesen nicht wirklich! Nach ein paar Stunden legten wir wieder am Ursprungshafen an.

Danach ging es in einen Urwaldpark. Dafür war es aber schon recht spät, so gegen 16 Uhr. Der ist von der Stadt keine 20 Minuten entfernt. Wir würden den Park amerikanisch nennen: man kann ein Elektrofahrzeug mieten um zu dem besten Aussichtspunkt zu fahren. Außerdem gibt es einen Picknikplatz der aus riesigen künstlichen Bäumen besteht.
Auch im Park: eine wunderschöne Parkanlage mit Restaurant an einem kleinen See auf dem auch schwarze Schwäne schwimmen und an dem Pfauen flanieren. Auf Wunsch und um jeweils so 10 Euro singt das Personal für jeweils ca. 1-2 Minuten ein Lied der lokalen Minderheit während man isst oder aufs essen wartet. Dieses Restaurant war auch das erste das ich sah dem die Hygienenote „A“ vergeben wurde! Das musste ich natürlich gleich fotografieren. Gegessen haben wir dort aber nicht, wir sind weiter in den Wald.
Was soll man sagen? Urwald halt. Netterweise haben sie einen eigenen Weg auf einem Steg durchgelegt. War schön anzusehen aber den brasilianische Urwald hat mich irgendwie mehr beeindruckt.
Der Steg war jedoch angenehm zu gehen und hat einen auch vergessen lassen dass wir davor für lange Zeit auf einer asphaltierten Straße entlangmarschiert sind bei denen uns Unmengen von Elektroautos des Parks überholt haben... was nicht gerade ein Urwaldfeeling war.
Beim zurückgehen haben wir dann noch wilde Affen angetroffen. Die haben wir gerade dabei gestört wie sie sich aus den Mülleimern bedient haben.
Außerdem gab es dort noch eine altes restauriertes Minority-Village. Dort wurde ich dann noch von einer der dort arbeitenden jungen Dame gefragt warum ich so handsome wäre. Faith hat das netterweise für mich übersetzt. Darauf wusste ich zwar mehrere Antworten aber ich wollte meine Freundin nicht verärgern also sparte ich den Atem... war eh schwül genug.
Mittlerweile neigte sich die Sonne schon gen Horizont und die hiesigen Insekten setzten zu ihrem Konzert ein. Irre laut!
Aber die Lautstärke ist auch nicht verwunderlich: Warum sollten die chinesischen Grillen auch nicht laut sein wenn doch auch die Chinesen laut sind?
Dann ging es zurück in die Stadt.
Essen am Mekong, wir bestellten Krabben. Kostenpunkt immerhin 20 Euro, aber recht gut zubereitet, sehr scharf aber ich habs gerade geschafft sie essen zu können.
Dann haben wir uns die Flaniermeile angesehen die auf einem Damm entlang des Mekongs geht. Viele Standeln, am Anfang davon selbstverständlich nur Essen und Getränke, wir sind hier ja in China... man kann sich für einen knappen Euro einen frischen Fruchtsaft aus den unmöglichsten Früchten mixen lassen. Ein Angebot dass ich gerne öfters in Anspruch genommen habe!
Der Tand zum einkaufen war auch insofern beeindruckend weil eigentlich kein Stand dasselbe hatte wie ein anderer Stand.


Am Ende der Meile sind wir noch ein wenig weiter spaziert. Wir haben dann sehr komische Geräusche vernommen. Erst dachte ich es wäre irgend ein Mönchsgesang (aus versteckten Lautsprechern), dann ein Instrument... später stellte sich heraus es waren riesige Frösche die in Abflussrinnen saßen...
Dann ging es zurück ins Hotel, der Tag war geschafft! 

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