So
habe ich mich für eine 4 Tage-Gruppe an meine Freundin angehängt.
Eine chinesische Gruppe. Das waren auch ein paar interessante
Eindrücke von denen ich gar nicht alle schriftlich schildern will...
Es war eigentlich alles dabei was man braucht bei so einer
Touristenreise. Ein wenig zum einkaufen, abenteuerliche Fahrmanoever,
schöne Reitvergnügen, abendliches ausgehen inklusive wieder einmal
Musik auf der Bühne machen, schöne Scenic Spots,
Dinosaurierskelette und Militärmanöver mit Panzerübungsschiessen...
eigentlich alles dabei was man sich wünschen könnte nm?
Okay,
selbst geschossen habe ich natürlich nicht, und wir sind leider auch
nicht stehengeblieben. Außerdem waren es nur die chinesischen
Ausführungen von T-55, der wurde original in den 50ern designt. Aber
dennoch für einen ehemaligen Richtschützen interessant. Und identifizieren konnte ich sie halt auch nur weil ich Richtschütze war. Ebenso
spannend die waghalsigen Fahrmanöver... der Fahrer erzählte auch
stolz dass er in der (sehr großen) Travel Agency als der schnellste
Fahrer gilt... ja, wenn man ständig überholt kann ich mir das
leicht vorstellen. Was die anderen sicher nicht tun, denn hier in
Yunnan gibt es nicht viele Stellen wo man genug Einsicht hat und
überholen kann... was diesen Fahrer jedoch nicht sonderlich gestört
hat. Er selbst sollte sich aber nicht entgegenkommen, das wäre
fatal. Sonst war er aber sehr humorvoll. So musste ich eigentlich
erstmals mein chinesisch auspacken... so gut es halt ging. Denn meine
Freundin wollte nicht immer meine Witze bzw Gegenkommentare
übersetzen. Die Einkaufszentren sind natürlich für einen Ausländer
nicht so spannend, aber shoppen gehen gehört bei den Chinesen
fundamental zu den Urlaubsvergnügen. Was die Travel Agencies
benutzen... ich habe auch mit Chinesen geredet die nach Frankreich
gefahren sind (was sich ja noch nicht viele hier leisten können!)
und gemeint haben sie haben sich dann fast gänzlich aufs einkaufen
konzentriert, weil sie das Stadt-anschauen langweilig fanden.
Jetzt
habe ich auch Dali gesehen, eine sehr schöne Hippiestadt, mit alter
Stadtmauer (okay, wie überall in China einfach nur neu aufgebaut)
und schöner Altstadt. Sie ist berühmt für ihren weißen Häuser.
Dann nochmal Lijang... die Stadt nochmal zu sehen, diesmal im Sommer
war lustig. Es gibt eine zweite „ancient town“ neben der wo die
meisten Touristen sind...ein paar Kilometer von zweiterer entfernt.
Diese ist eigentlich schöner als die eigentliche Old Town und auch
gemütlicher und nicht so überlaufen! Ich war begeistert. Auch
Lijang ist ja eine Hippiestadt. In beiden, Dali und Lijang laufen
„viele“ Ausländer herum die sich dort -zumindest temporär-
niedergelassen haben. Reiten war in Lijang, die Stadt liegt
schließlich an der Tee-Pferdestraße. Dieses Mal war das auch
schöner und spannender als vor einem halben Jahr... es hat Vorteile
gut mit einer Touristenführerin zu stehen!!! Wir hatten beide
zwei... ich nenne sie jetzt mal typisch mongolisch/chinesische
Pferde, also kleiner als typisch europäische. Und sie waren ein
Pärchen. Ich hatte den Hengst, Faith die Märe. Schnell merkte ich
das hier die Rollenverteilung auch bei den Pferden typisch chinesisch
war. Mein Reittier stand stark unter der Fuchtel der Mähre. Ich
wollte Faith überholen was mein Pferd nicht so recht wollte. Ich
habe dann schnell herausgefunden warum nicht. Faiths Pferd empfand
dass ihr Gatte sicher NICHT vor ihr gehen sollte und konterte solche
Versuche mit Beissen und Ausschlagen. Gleichzeitig weigerte er sich
einen anderen Weg zu reiten als sie. Naja... wir haben dann in der
Pause Pferd getauscht. Wäre hilfreich gewesen wenn mir die Faith übersetzt gehabt hätte dass ich mit der Gerte nicht auf den Hintern schlagen darf. Das brachte die Mähre nämlich dann dazu buckeln... aber ich konnte mich halten und danach wusste ich halt das ich nur die Vorderbeine verwenden sollte...
Chinesen
sind ähnlich wie Japaner weil sie wenn es wo einen schönen Platz
gibt 90% der Zeit damit verbringen Fotos davon zu machen und die
Fotos zu betrachten anstatt die Gegend zu genießen. Genauso in
unserer Pause vom reiten. Die chinesische Reisegruppe wollte dann
individuell Fotos mit mir schießen. Gut, das bin ich ja schon
gewohnt. Zumindest wollten nur 2 Personen meine Dreads anfassen in
den ganzen 4 Tagen. Am Abend in Lijang sind wir dann wieder weggegangen.
Lijang ist in ganz China berühmt für die Barszene und es war
Wochenende, also die ideale Zeit. Faith konnte es wieder nicht lassen
dem Sänger in dem Lokal in das wir uns dann hinsetzten zu sagen ich
könne auch singen und spielen. In Lijang wirst du dann sofort
aufgefordert etwas zum besten zu geben: vor allem weil sie nachdem du
dann gespielt hast Geld dafür verlangen dass du spielen „durftest“.
Ich habe daher dann gesagt dass ich keine Lust habe zu zahlen. Da der
Musiker aber selbst schon laut eigenen Angaben an dem Tag 4 Stunden
performt hatte war er dann froh mich gratis spielen zu lassen um
dadurch eine Pause zu bekommen. Leider habe ich es dann nicht
geschafft meine Bekannten in Lijang zu treffen, dafür war die Zeit
zu kurz. Naja, einen habe ich getroffen: Im Winter waren wir in einem
Hostel das einen jungen Hund hatte mit dem ich lange gespielt habe...
den habe ich besucht. Erkannt hat er mich zwar natürlich nicht, aber
wir haben dennoch herumgeblödelt.
So,
was noch? Na erstens habe ich mich dann am letzten Tag der dann
wieder in Kunming war abgesetzt: ich musste ja wieder auf die Uni und
wollte den Dienstag nicht auch spritzen und kannte den „Stone
Forest“, das größte Ausflugsziel an dem Tag ja sowieso schon.
Obwohl ich dort doch noch mal hin will!
Und
zweitens waren wir in der berühmten Gegend in Yunnan mit den ganzen
Dinosaurierskeletten! Das war ziemlich beeindruckend! Natürlich
wieder alles neu gebaut, teilweise haben sie einfach eine riesige
Halle an Ort und Stelle über die freigelegten Skelette gebaut...
alles halt wieder riesig. Und wirklich sehr schön! Irgendwie eine
Mischung zwischen Ausgrabungsstädte und Theme-Park. Am besten auf
den Bildern zu sehen, die ich eventuell noch auf meine Picasa Seite
laden werde!
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