Hier
kann man doch täglich wieder was erstaunliches erleben, selbst an
den Orten die man glaubt schon zu kennen. Beim „Greisler“ meines
Vertrauens um die Ecke wollte ich fürs kochen einkaufen gehen. Als
ich das Geschäft dann betreten habe und mich auf den Weg zum Gemüse
machte traute ich irgendwie meinen Ohren nicht. Es spielte ein Lied
von „Dimu Borgir“ einer ziemlich „bösen“ Band aus
Skandinavien. Sprich viel Metal, dumpf, krächzende Gitarren und
entsprechender Gesang. Nicht meine Art von Musik, ich stehe auf
anderes aber durchaus beachtenswert und vor allem: nicht leicht
zugänglich.
Beispiel für deren Musik findet man hier.
Beispiel für deren Musik findet man hier.
Daher war diese Geräuschuntermalung eher erstaunlich,
auch zumal die Chinesen selbst ja meist auf Gesäuselmusik wie
Balladen stehen die dann nochmal langsamer und gesäuseliger gemacht
werden. Oder auf sehr simple „Kindergartenmusik“ wie ich sie
nenne, also irgendwas was man auch in einem Kindergarten bei uns
spielen würde (und ich hier schon in der Nahen Schule immer wieder
höre). Daher Dimur Borgir... skandinavische Metalklänge in
Südchina... doch sehr exotisch. Die Anwesenden Chinesen haben davon
aber offenbar nicht wirklich Notiz genommen soweit ich es bemerkt
habe. Ich war zwar schon mehr oder minder mit dem Einkauf fertig,
wollte aber noch abwarten was denn als nächstes Lied kommen würde.
Das Erlebnis wurde dann noch obskurer: Ich staunte nicht schlecht als
ich ein grottensimples Techno-Lied vernahm. Und noch besser: der Text
war auf Deutsch wie ich bald bemerkte. Am Anfang habe ich es nicht
glauben können aber bald war ich sicher es ist deutsch und konnte
auch den Text verstehen. „Eins, zwei drei vier... Häschenalarm!“
kam da aus den Lautsprechern. Wie das klingt? Hörst du da.Also durchaus schon ein wenig mehr für
den chinesischen Geschmack, denn das hat ja schon wieder ein wenig
etwas von einem Kinderlied. Da fiel mir jedoch auf das man hier in
China praktisch nie mit so Technogekreische gequält wird (sie haben
anderes). Das ist aber ganz angenehm, Russland wäre im Vergleich
grausam zu mir. Auch konnte ich nach einem Monat Kuba den
spanischsprachigen Hiphop dort nicht mehr hören, der konsequent
denselben Beat verwendet. So gesehen ist das ganz angenehm! Und und
einigen Lokalen hier ist die Musik auch sehr angenehm.
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