Für
mich hat sich jetzt ein Mysterium gelüftet warum Chinesen in der
Regel weniger trinken, beziehungsweise nicht allzu lange feiern
.Gestern waren wir in der „English Corner“. Das ist eigentlich
keine Corner sondern einfach nur eine Ansammlung an Menschen direkt
am Green Lake. Keine Ecke weit und breit. Dort stehen dann einfach
viele Leute herum. „Sinn“ der English Corner ist es dass sich
dort Ausländer treffen können. Das war aber irgendwie nur offiziell
ein Grund den man hören kann. Der eigentliche Sinn ist das dort
Chinesen hingehen um Englisch zu üben beziehungsweise Ausländern
treffen zu können. Manche Chinesinnen nützen den Ort auch um sich
Ausländer aufzureissen wie ich nicht nur gehört sondern auch
gesehen habe. Wir haben das gestern jedenfalls das erste Mal
ausprobiert. Kaum stehst du dort und siehst wie ein Ausländer aus
(dh: du bist weiß), stehen auch schon 5 Chinesen um dich herum und
stellen dir fragen. Woher du kommst, was du da machst, wie dein
Chinesisch denn schon so ist, sag mal was auf chinesisch. Ah, sehr
gut wie du die Töne sprichst. Ah aus Österreich kommst du.
Beautiful Country. Beautiful music. Das übliche halt, nur in
verdickter Form: Nicht nur ein Chinese der neugierig ist, und nicht
nur 4 Chinesen die dich anstarren, sondern viel viel mehr Chinesen
die das machen. Es bilden sich also um ein paar Ausländer die dort
sind dann Trauben von Chinesen. Das klingt vielleicht alles etwas
ungut. Aber es ist eigentlich ganz lustig. Chinesen sind ja auch
nicht ungut neugierig. Die die dort sind wollen ja wirklich etwas von
dir wissen und sind aufgeschlossen und interessiert und wollen sich nicht belustigen. Ich habe ein paar nette Gespräche
geführt, wieder ein wenig über China gelernt und wurde gleich für
nächste Woche in eine Schule eingeladen.
Ich habe zugesagt,
warum auch nicht?
Wir sind also ein paar Stunden dort
herumgestanden. Normalerweise holen sich dann ein paar Ausländer von
den Shops in der Nähe dann ein Bier, das haben wir aber dann doch
nicht gemacht. Schließlich sind wir dann in ein Taxi Richtung Heimat
gestiegen. Es war schon weit nach 23 Uhr. Doch Faith wollte doch noch
Wuzeln gehen. Obwohl es schon recht spät war und die Konversation
recht ermüdet und ich am Freitag um 8:00 Uni habe, aber ich kann ihr
schwer solche Wünsche ausschlagen. Wir sind also in unser
Lieblingscafe „Gemen“ gefahren. Das war aber zu unserer
Überraschung zugesperrt. Ich habe also dann den Kellner des Cafes,
Steven, angerufen. Der meinte dann, ja er hat das Cafe zugesperrt
und ist ins andere Cafe Gemen gefahren. Also sind wir dann dorthin.
Dort gibt es aber halt keinen Wuzler. Steven der Kellner unseres Vertrauens war schon angeheitert.
Er spielte mit seinen Freunden ein Trinkspiel mit Karten. Er fragte
dann ob wir mitspielen wollten.
Ich habe zugesagt. Warum auch
nicht?
Okay,
eigentlich hasse ich Trinkspiele aus mehreren Gründen, unter anderem
weil ich mich meistens bestens auch ohne Trinkspiele unterhalten kann
wenn ich fortgehe. Aber was solls. Es war das zweite Mal das ich da
mitspielen „durfte“. Das erste mal musste ich tatsächlich ein
wenig gezwungenermaßen weil ich und Faith einer ihrer Freundin bei
einem Quasi-Geschäftstreffen sekundieren mussten. Ja, es war
geschäftlich, aber in einer ziemlich für Westler zwielichtigen
aussehenden Bar und es gab wie gesagt ein Trinkspiel. Das war auch eine interessante Erfahrung, das
sprengt aber den Rahmen von diesem Eintrag.
Diesmal war es
immerhin freiwillig das ich mitgespielt habe.
Chinesische
Trinkspiele zeichnen sich dadurch aus dass man oft und schnell
verliert. Zur Strafe gibt es dann halbe, ganze oder mehrere Gläser
Bier. Wobei zwei Dinge dieses Faktum stark beeinflussen:
chinesisches
Bier.
und chinesische Gläser.
Chinesisches
Bier ist halt so eher Leichtbier wie man es aus Ländern ohne gute
Biertradition kennt. Das mag überraschen, ist doch das chinesische
TsingTao das man in anderen Ländern außerhalb Chinas bekommt doch
durchaus schmackhaft. Das für den Heimatmarkt ist aber nicht soooo
toll. Es ist vielleicht nicht so gut, aber es hat halt auch wenig
Alkohol, daher verträgt der Westler davon einiges. Das ist natürlich
für Trinkspiele von Vorteil.
Chinesische
Gläser sind auch so eine Sache. In China trinkt man Bier sehr häufig
aus 1/8 Liter Gläsern. Eventuell sind sie ein wenig größer. So
auch bei den Trinkspielen. Da in China ja auch der Tee traditionell
immer aus kleinen Schalen getrunken wurde vermute ich das sich das
auch für andere Getränke übertragen hat.
Wenn
man also eine Runde verliert ist es nicht allzu tragisch wenn man ein
Glas trinken muss. Aber wenn man ein gemeines Spiel spielt und man
Pech hat -und der andere noch dazu Glück- kann es aber dennoch dazu
führen das man 10 Gläser kippen muss. So passierte es mir beim
letzten Mal.
Das
Spiel war eigentlich so eine Art Black Jack. Das lustige ist die
Chinesen zu beobachten. Die sind nämlich so lustig schnell tilt. Und
du siehst es ihnen richtig an wenn sie betrunken sind. Ich persönlich
habe aus irgendeinem Grund bei vielen Leuten ein Problem
festzustellen ob jemand betrunken ist. Bei Westlern meine ich. Bei
Chinesen ist es leicht. Sie werden rot, auch die Augen können
rötlich werden. Und ihre Augen bekommen einen bestimmten Ausdruck.
Schon nach einer Flasche Leichtbier.
Beim
spielen ging es mit mir auch diesmal nicht so wirklich rund. Ich
fühlte mich ans lernen von Mahjongg erinnert:
Erst wurden mir die
Regeln erklärt und dann hatte ich das Gefühl das plötzlich immer
neue Regeln dazu kamen die dazu führten das ich verlor. Immerhin
wurde dann eine Regel neu hinzugefügt die bedeutete dass ich nicht
mehr trinken musste weil ich schon so oft hintereinander verloren
hatte... es ware jedenfalls so eine Art Black Jack. Irgendwann sind
wir dann aufgestanden und haben uns auf den Heimweg gemacht.
Jetzt
kommt endlich die Auflösung der Überschrift dieses Postings. So
mancher mag sich schon gefragt haben ob ich denn nicht eine
Themaverfehlung begangen habe mit dem Titel: Wo ist „Darwin“, wo
ist „warum Chinesen wenig trinken“?
Am nächsten Morgen
musste ich ja wie gesagt früh raus. Ich hatte zwar keinen Kater -ist
ja nur Leichtbier- aber ich war doch stark Übernächtig.
Mein
Weg zur Uni ist eigentlich sehr kurz, es gibt eigentlich nur eine
Straße zum Überqueren und vielleicht 3 Ausfahrten und dann eine
Nebenstraße zum Entlanggehen. Für chinesische Verhältnisse sehr
übersichtlich und geordnet. Dennoch habe ich es innerhalb von
eineinhalb Minuten geschafft doch zwei Verkehrsteilnehmer zum
Abbremsen beziehungsweise Vehikel-mal-schnell-woanders-hinsteuern zu
bringen. Der Verkehr in chinesischen Städten sind kein guter Ort
sich aufzuhalten wenn man nicht im Vollbesitz seiner gesamten
Aufmerksamkeit ist.
Das
hat mich zum nachdenken gebracht und mir jetzt auch eine Erklärung
geliefert warum nur wenige Chinesen trinken. Es hat etwas mit
natürlicher Auslese zu tun. Chinesen die zuviel trinken und daher
nicht auf den Verkehr achten können werden nicht sehr alt und
pflanzen sich daher auch nicht fort....
26.5.13
Eine kranke Freundin – Einblick in das chinesische Gesundheitswesen
Krankheiten werden hier sehr anders gehandhabt als in Österreich. Faith wurde also vor ein paar Tagen krank. Volle Nase, tränende Augen... meinte sie fühle sich sehr schlecht und sie sei sehr krank. Normalerweise würde sie nie krank werden, und sie fühle sich sehr schlecht. Okay, darauf kann man sich ja einstellen als sorgsamer Freund. Aber es ist dann schon komisch wenn sie meint: Bettruhe? Wozu? Zu lange im Bett ist ungesund. Auch Volleyball spielen gehen konnte sie. Gerade einmal dass sie gegen halb 11 sich endlich ins Bett legt, dazu konnte ich sie noch überreden. Weiters wollte sie nicht das ich koche, sondern wir sollten auswärts essen gehen. Auch nicht sehr in der Nähe von unserer Wohnung sondern weiter weg. Nach dem Essen dort wollte sie jedoch 20 Minuten dort noch schlafen weil sie zu müde war, auch eine Strecke von zusätzlich 100m um einen besseren Platz für ein Taxi zu finden war nicht wirklich drinnen.
Das passt für einen Westler dann nicht ganz zusammen alles. Dann wird einen plötzlich schnell vorgeworfen dass man sich nicht genug kümmert.Und das es ihr sehr schlecht geht. Andererseits geht es nicht zu schlecht um sich nicht leidenschaftlich und lange bitter darüber zu beschweren und zu diskutieren wie wenig und schlecht man sich kümmert. Und das ich nicht glauben würde sie sei krank. Dafür ist jedenfalls Energie da, und dann noch dazu... Sport ist okay? Passt alles nicht zusammen, hab ich das schon gesagt.... und wie es der Zufall will, beginnt sie gerade zu singen als ich diese Zeilen schreibe.
Faith meinte schließlich sie wolle dann in eine Apotheke gehen, ich beteuerte sie solle mir sagen was sie will und sich ausruhen, aber das hat nicht funktioniert. Schließlich sind wir dann losgegangen und wie sich herausstellte sind wir dann nicht wirklich in eine „Pharmacy“, sondern das aufgesuchte Gebäude war eine Klinik. Kein Spital, sondern etwas sehr kleines. 5 Betten, und meist jeweils 1-2 Ärzte und eine Krankenschwester. Direkt am Eingang sitzen die Kittelmänner und Frauen. Ein paar Regale voll mit Medikamenten und dann gleich dahinter die 5 Betten: im selben großen Raum. Die Chinesen hier in der Klinik verfolgen eine My-Door-Is-Always-Open policy. Das heißt wenn einem fad wird kann man immer dem Straßen- und Baulärm zuhören. Und den Alarmanlagen, gut das gerade eine losgegangen ist um mich zu erinnern. Dasselbe gilt natürlich auch für die Luft. Weiter hinten sind dann noch 2 weitere Räume mit medizinischem Equipment und Medikamenten. Es gibt noch eine Treppe nach oben, aber ich weiß nicht was dort ist.
Von diesen Kliniken gibt es hier einige. Faith wollte auch keine Medizin kaufen sondern setzte sich gleich zu einem der Ärzte. Nach wirklich ausgiebiger Untersuchung gab es eine Spritze und 3 Flaschen mit -ich denke mal- Salzwasser intravenös. Dafür legte sie sich ins Bett. Heute ist der 3. Tag an dem wir in die Klinik tingeln, jeden Tag eine Spritze und 3 solcher Flaschen. Sie scheint einen Trend ausgelöst zu haben, am ersten Tag waren wir alleine, am 2. war noch ein weiterer Typ da und heute sind es 3. Heute ist der letzte Tag an dem wir kommen sollen.
Ich habe bis jetzt nicht aus ihr herausgekriegt was die Spritze ist, es klang von den Beschreibungen irgendwie nach Antibotika, aber nur für 3 Tage....?
Ich habe jedenfalls dann gleich den Arzt gefragt ob sie denn dann nicht lieber im Bett bleiben soll und Sport zu vermeiden wäre. Nein, wozu? Die ganze Zeit im Bett sei nicht gut. Aber nichts Scharfes und nicht zu ölig essen, das wäre wichtig. Na dann....
Ich muss auch zugeben, wie sie gerade angefangen hat zu singen... sie liegt gerade im Bett, kriegt gerade die letzte Flasche intravenös und verschneuzt eine Taschentuch nach dem anderen. Also natürlich ist sie wirklich krank. Wie üblich in China haben wir die Taschentücher selbst mitgebracht. Ich sitze ihr gegenüber im Bett mit dem Laptop. Das stört die Ärzte hier nicht. Ich frage mich auch ob sie die Bettwäsche wechseln sobald einer der „Laufpatienten“ so wie Faith einer ist das Bett wieder verlässt. Ich frage gerade Faith, sie sagt nein. Jedenfalls klingt sie schon sehr nasal und in der Nacht war es recht hart da sie nicht durch die Nase atmen konnte und die Luft hier ja sehr trocken ist.
Also was hat sie?
An einem Punkt haben sich die Erklärungen auch irgendwie wie eine Allergie angehört die ausbricht wenn sie nicht gesund ist. Wie so oft weiß ich einfach nicht wirklich was genau passiert, nicht das ich mich nicht schon daran gewöhnt hätte.
Wirklich besser wurde es durch die Spritzen bisher nicht. Jedenfalls wird viel heisses Wasser getrunken und Faith verweigert sich von mir eine Suppe machen zu lassen.
Diese Kliniken scheinen jedenfalls die normalen Arztpraxen bei uns zu ersetzen. So etwas gibt es hier in der Form offensichtlich nicht. Ärzte findet man meist in Kliniken. Es gibt welche vom Staat und auch private. Diese hier ist staatlich. Nach der Untersuchung bezahlte Faith für die verschriebenen Pillen und die Injektionen 300 Yuan. Das sind ca 34€.Faith ist zwar versichert, aber nur unfallversichert. Und das nur weil sie sonst die Zulassung als Tour Guide nicht bekommen würde, sonst hätte sie sich nicht versichert. Ich bin angeblich auch gegen Krankheit versichert in meiner Uni. Meine (technische(!)) Universität hat auch ein eigenes riesiges Krankenhaus wie ich schon herausgefunden habe. Das steht nicht neben dem riesigen modernen Hotel das auch der Uni gehört(e), aber das ist ja auch nicht so wichtig ;)
Es gibt auch nicht versicherte Leute. Angestellte von großen Firmen und Staatsangestellte (Lehrer und Beamte) sind jedoch Kranken- und Unfallversichert.
Obige Infos sind natürlich teilweise mit Vorsicht zu geniessen, da kann natürlich auch einiges in den Übersetzungen und Gesprächen verloren oder verdreht worden sein.
Ich habe übrigens 3 Fotos von der Klinik auf mein Picasa hochgeladen wen es interessiert!
19.5.13
Lesen wir eine chinesische Geschichte
Ich habe mir gedacht dass es nun Zeit wird endlich mal was anderes zu lesen als die Dialoge in den Unterrichtsbüchern. Die sind ja immer recht schnell aus und auch nicht sehr geistreich. Und nach mehreren Monaten Studiums der chinesischen Sprache muss ja wohl schon mehr drinnen sein. Ein Mann, ein chinesisches Wort. Also zum nächsten Buchladen und bald war ich schon wieder auf dem Heimweg mit meinem Neuerwerb. Bücher sind hier ja sehr billig. In einigen Buchläden zahlt man nach Gewicht. Jener wo ich war hatte die Größe von unseren Thalia Buchhandlungen. Dort gab es auch DVDs und Spiele und mehr. Mehr sowas wie der illegale Lego-Verschnitt mit Militaristik. Hach, wirklich coole Spielsachen hier. Aber dafür bin ich doch schon ein wenig zu alt. Bei einem Zusammenbau-Modellpanzer konnte ich dann doch nicht widerstehen, da hat meine Zeit beim Bundesheer beim Panzerbattallion doch starke Spuren hinterlassen. Daneben lief außerdem ein Tom und Jerry in der „Education“ Abteilung. Die werden als Englisch-Lern-DVDs verkauft. Sie haben einige englische Sätze zu den Szenen hinzugefügt. Das Vokabular dabei ist für Kinder, daher ist es auch nicht schlimm dass es stark beschränkt ist:
„Enough“, „Ouuh, that hurt“, „I will catch you“
Immerhin ein gewisser Einstieg in die englische Sprache für Chinesische Kinder nm? Aber ich glaube ich schweife schon wieder ab... nach kurzer Zeit habe ich mich jedenfalls um ein Buch reicher wieder au den Heimweg gemacht. Ich hoffe ich habe mich nicht übernommen, das Buch ist nämlich gute 2 Zentimeter dick. Ich bin aber schon zu einem Fünftel durch! Naja es hat auch nur 12 Seiten. Ich habe mir die Freiheit genommen es für euch zu fotografieren.
Faith meinte ich soll doch eine andere Story nehmen. Aber die anderen Geschichten kannte ich schon: Die vom hässlichen Entlein und die... andere. Die von dem kleinen Pferd kenne ich noch nicht, also habe ich natürlich genau die genommen.
Wenn ich damit fertig bin werde ich ja vielleicht der geneigten Leserschaft eine Buchrezension schreiben!
18.5.13
Eine neue Professorin
Wir hatten ursprünglich 3 Professoren: eine sehr gute, eine mittlere und eine schlechte. Leider sind die Stunden die wir prozentuell mit der schlechten Professorin haben am meisten. Leo, mein kolumbianischer Studienkollege und südamerikanischer Don Juan war jedoch relativ zufrieden, da die schlechte Professorin zwar nicht wirklich unterrichten konnte, aber ganz ansehnlich ist und er mit ihr so eine Art lockeres Verhältnis begonnen hatte. Unsere Stimmung verschlechterte sich aber mit dem Zeitpunkt als die mittlere Professorin die Möglichkeit bekam in Laos chinesisch zu Unterrichten: von China bezahlt. Damit bekamen wir nämlich eine neue Professorin. Als diese bei der Türe hereinkam und ich nach den ersten 5 Sätzen erfuhr dass unsere neue Professorin eine Freundin von Leos Flamme war schwante mir Übles... und meine negativen Vorahnungen wurden übererfüllt: nun hatten wir eine sehr gute Professorin, eine schlechte... und nun auch noch eine sehr schlechte. Aber Leo rettete uns. Durch Verstimmungen in der Beziehung zwischen ihm und seiner Flamme tauschte diese ihre Lehrverpflichtung mit einer anderen Professorin. Diesmal gegen eine die auch was von ihrem Handwerk versteht! Ich versuche jetzt Leo vergeblich mit der sehr schlechten Professorin zu verkuppeln....
16.5.13
Finden wir ein Handy
Langsam
brauche ich wirklich ein Telefon.... nach sehr viel hin und her und
viel lesen im Internet werde ich mir wohl ein chinesisches Smartphone
zulegen. Das Xiaomi Mi2a... die Xiaomis sind nicht nur in China stark
begehrt bei nur geringer Stückzahl... auch im Westen wo teilweise
astronomische Preise dafür bezahlt werden: denn verkauft werden die
Xiaomis nur in China, und sie kommen mit der Produktion nicht einmal
für den chinesischen Markt nach. Oder wollen es nicht. Und da die
Handys verdammt gute Specs haben für den Preis werde ich versuchen
morgen zuzuschlagen: es werden nämlich online zu einer bestimmten
Zeit eine bestimmte Anzahl an Handys zum Verkauf angeboten: solange
der Vorrat reicht. Offenbar waren in einer der letzten Verkäufe die
Lager schon nach wenigen Minuten leergeräumt... also wünscht mir
Glück.... erinnert einen das ans Anmelden an Prüfungen/Labors auf
den österreichischen Unis?
Der Kampf mit... an mehreren Fronten
Erst vor ein paar Tagen hatte ich einen Videochat mit meinen Eltern. Diese Gespräche finde ich immer sehr angenehm, nicht nur weil ich mir freue meine Eltern zu sehen und weil ich natürlich daheim vermisse. Nein, auch weil ich dann eine kurze Zeit habe wo ich zu fast 100% verstanden werde. Akkustisch sowie semantisch. Trotz Delay im Video Chat....
In dem letzten Video Chat jedenfalls fragte mich meine Mutter ob mein Darm eigentlich noch Probleme mit dem Essen hier hätte. Neinein, sagte ich. Schon längst dran gewöhnt. Kein Problem.
Tja, da habe ich mich weit aus dem Fenster gelehnt. Meine Freundin würde sagen „...boasting!“. Denn was vor Kurzem folgte war gar nicht lustig.
Ich weiß nicht einmal was das „Problemessen“ war.
Zur Auswahl stehen: Milk-Tea, ein vegetarisches superscharfes Gericht (das aber hauptsächlich Faith gegessen hat) oder ein frittierter Bananensnack der auch ein Ei enthält. Ich tippe auf letzteres.
Obiges habe ich am frühen Abend und zum Abendessen konsumiert. In der Früh musste ich dann zwar zwei Mal aufs Klo, aber dann bin ich normal zur Uni. Ein paar Stunden später war ich wieder zurück und habe gleich wieder das stille Örtchen besucht. Auf der Uni habe ich mich schon schwächlich gefühlt und beim Heimgehen war mir dann schon etwas übel. Es war Mittagszeit und als ich auf dem Heimweg den unausweichlichen Duft von chinesischem Essen in meiner Nase vernahm -scharf, penetrant, ölig- wurde mir verdammt schlecht. Es half auch nicht wirklich dass Faith schon gekocht hatte. Natürlich auch chinesisch mit viel Öl. Und auch nicht dass man wenn die Nachbarwohnungen kochen das genauso riecht. Dann kamen noch Magenkrämpfe dazu und ein unwiderstehlicher Brechreiz. Die nächsten Stunden verbrachte ich dann im Schlafzimmer eingesperrt... denn dort ist der Küchengeruch am wenigsten zu vernehmen. Irgendwie erinnerte mich das an die erste Schwangerschaftszeit meiner Schwester die auch kein Essen riechen konnte. Ich konnte das zu dem Zeitpunkt gut nachvollziehen... meine Freundin wusste nicht recht einzuschätzen wie es mir ging. Denn mehrmals bot sie mir dennoch das essen an „Please... I told you I cannot even smell food at the moment“. Als ich dann eine Stunde später KO im Bett lag in stabiler Seitenlage da so der Magen am wenigsten schmerzte nutzte sie noch die Gelegenheit mich ein wenig zu pflanzen und Scherze zu machen. Ich war ja auch nicht wirklich in der Lage paroli zu bieten... dafür wurde sie dann in der Nacht umso panischer.... aber erst war ich froh ihr vorschlagen zu können dass sie doch Volleyball spielen gehen sollte... denn erst wollte sie mir die Zeit mit plaudern vertreiben aber zu Konversation war ich nicht wirklich in der Lage also war es dann gut als sie ging. Noch schnell meine Professorin angerufen das ich heute nicht am Unterricht teilnehmen würde und dann wieder zurück zum elend fühlen... Meine Stimmung und Lage wurde auch nicht bedeutend besser als plötzlich das Wasser in der Wohnung versiegte... das war schon einmal passiert, aber da war das nicht so schlimm. Aber wenn man Durchfall hat...? Mir schwante Übles als ich mich also wieder zurück ins Bett begab. Un...unangenehme Szenarien spielten sich in meinem Kopf ab, ich hatte ja sonst nichts anderes zu tun außer mich elend zu fühlen. Eine Stunde später war das Wasser gottseidank wieder da. Dennoch... einfach so ohne Vorwarnung das Wasser abdrehen? Einmal gab es eine Vorwarnung, ein paar Stunden vorher hing ein Zettel in den Liften... aber dieses mal und das Mal davor gab es nichts. Wenn ich überlege was es da für einen Aufstand in manchen Häusern in Wien geben würde... und wie ich mich damals unangenehm gefühlt habe als wir für eine knappe Minute beim Renovieren meiner Wohnung das Wasser in... 4? anderen Wohnungen abgedreht haben. Na, China ist anders. Wie Faith zu abgedrehtem Wasser später sagte "Felix, if you cannot change it, try to enjoy it." Naja... sich einfach so hinzustellen, oder hinzulegen dann an das abgedrehte Wasser zu denken und sich zu sagen "Aaaaah! Ich genieße das abgedrehte Wasser!"... hm, da muss ich offensichtlich noch ziemlich üben.
Als meine Freundin schließlich zurück kam bat ich sie dann mir zum Abendessen einfach eine Schüssel Reis zu machen -immerhin bin ich in China! Sie meinte zwar erst ich soll nicht gleich wieder ins Bett gehen, weil es wäre nicht gut den ganzen Tag im Bett zu verbringen... ich bin aber dann schließlich doch gegangen. Vor allem weil ich fühlte das ich Fieber bekommen hatte. Als sie sich dann auch schlafen legte und bemerkte wie heiß ich war war es mit meinem Frieden wieder vorbei... daweil hatte ich schon fast geschlafen... und meinte wir sollten ins Spital. Sie fragte nochmal meine Symptome ab und rief auch bei einer Hotline an. Wir beide hatten natürlich -so unwahrscheinlich das auch ist- an die Vogelgrippe gedacht. Hey, damit würde ich ins Fernsehen kommen und berühmt werden. Als erster Vogelgrippefall in Yunnan und dann noch als Ausländer und sicher als erster Österreicher! Ich könnte meine Story exklusiv nach Österreich verkaufen. Ich schwankte schon die Story meiner befreundeten Journalistin exklusiv zu schenken oder sie doch dem ORF zu schenken unter der Bedingung die ganzen letzten Falschmeldungen über China öffentlich zu revidieren... Aber der Reihe nach, erst musste ich ja meine Freundin beruhigen die mit mich ja ernsthaft einfach auf Verdacht in ein chinesisches Krankenhaus schleppen wollte....
Nach längerer Diskussion einigten wir uns dann darauf dass wir erst meine Temperatur messen würden und danach entscheiden würden ob Spital oder nicht. Stellt sich heraus dass es in China keine Nachtapotheken gibt... wo aber sonst ein Thermometer kaufen? Laut späterer Aussage meiner Freundin hatte sie selbst im Leben erst einmal Fieber, daher war sie sehr alarmiert. Faith machte sich dennoch auf den Weg eine Apotheke zu finden. Und das ist schließlich China, daher fand sie dann auch eine Apotheke die dennoch noch offen hatte.
Als sie wieder zurück war musste ich mich dann erstmal wieder konzentrieren anstatt mich auszuruhen. Schließlich war sie beruhigt, ja schon Fieber, aber nichts beunruhigendes. Gefallen hat mir das in der Anleitung des Fieberthermometers stand man soll so ungefähr ein halbes Grad dazurechnen.... am nächsten Tag in der Früh jedenfalls ging es mir schon wieder recht gut. Ich habe noch leichte/stopfende Kost gegessen und habe den Unterricht sausen lassen.
Soviel jedenfalls zu „Ach mein Magen hat sich schon voll an das Essen hier gewöhnt, überhaupt kein Problem!“. Heute war das Wasser auch wieder weg... als ich gerade das Geschirr abwusch. Auch eher uncool! Wie ich aber jetzt aus Erfahrung weiß gibt es um einiges schlimmere Situationen!
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15.5.13
1234-Häschenalarm!
Hier
kann man doch täglich wieder was erstaunliches erleben, selbst an
den Orten die man glaubt schon zu kennen. Beim „Greisler“ meines
Vertrauens um die Ecke wollte ich fürs kochen einkaufen gehen. Als
ich das Geschäft dann betreten habe und mich auf den Weg zum Gemüse
machte traute ich irgendwie meinen Ohren nicht. Es spielte ein Lied
von „Dimu Borgir“ einer ziemlich „bösen“ Band aus
Skandinavien. Sprich viel Metal, dumpf, krächzende Gitarren und
entsprechender Gesang. Nicht meine Art von Musik, ich stehe auf
anderes aber durchaus beachtenswert und vor allem: nicht leicht
zugänglich.
Beispiel für deren Musik findet man hier.
Beispiel für deren Musik findet man hier.
Daher war diese Geräuschuntermalung eher erstaunlich,
auch zumal die Chinesen selbst ja meist auf Gesäuselmusik wie
Balladen stehen die dann nochmal langsamer und gesäuseliger gemacht
werden. Oder auf sehr simple „Kindergartenmusik“ wie ich sie
nenne, also irgendwas was man auch in einem Kindergarten bei uns
spielen würde (und ich hier schon in der Nahen Schule immer wieder
höre). Daher Dimur Borgir... skandinavische Metalklänge in
Südchina... doch sehr exotisch. Die Anwesenden Chinesen haben davon
aber offenbar nicht wirklich Notiz genommen soweit ich es bemerkt
habe. Ich war zwar schon mehr oder minder mit dem Einkauf fertig,
wollte aber noch abwarten was denn als nächstes Lied kommen würde.
Das Erlebnis wurde dann noch obskurer: Ich staunte nicht schlecht als
ich ein grottensimples Techno-Lied vernahm. Und noch besser: der Text
war auf Deutsch wie ich bald bemerkte. Am Anfang habe ich es nicht
glauben können aber bald war ich sicher es ist deutsch und konnte
auch den Text verstehen. „Eins, zwei drei vier... Häschenalarm!“
kam da aus den Lautsprechern. Wie das klingt? Hörst du da.Also durchaus schon ein wenig mehr für
den chinesischen Geschmack, denn das hat ja schon wieder ein wenig
etwas von einem Kinderlied. Da fiel mir jedoch auf das man hier in
China praktisch nie mit so Technogekreische gequält wird (sie haben
anderes). Das ist aber ganz angenehm, Russland wäre im Vergleich
grausam zu mir. Auch konnte ich nach einem Monat Kuba den
spanischsprachigen Hiphop dort nicht mehr hören, der konsequent
denselben Beat verwendet. So gesehen ist das ganz angenehm! Und und
einigen Lokalen hier ist die Musik auch sehr angenehm.
14.5.13
Der 1. Mai in Kunming
Heute
war der erste Mai hier in Kunming... naja, ich denke mal überall
anders auf der Welt auch. Da es sich in China aber um eines der
letzten sich offiziell kommunistisch nennenden Länder handelt würde
man ja meinen hier gibt es deswegen etwas besonderes. Ein wenig schon: Besonders ist,
dass 3 Tage frei sind. Besonders ist auch, das deswegen dennoch fast
alle Geschäfte offen haben. Ansonsten habe ich nicht viel besonderes
bemerkt. Es hat halt eine Parade am „Green Lake“ gegeben. Das war
das einzige „Ereignis“ das ich herausfinden konnte. Das musste
ich mir natürlich ansehen. Soweit ich verstehen konnte würde jeder
Distrikt in Yunnan einen eigenen Zug stellen. Bei 80 Millionen
Einwohnern und so vielen Minderheiten sollte das wohl ein bunter
Haufen werden. Später habe ich herausgefunden dass diese Parade an
allen 3 freien Tagen stattgefunden hat. Wie gesagt wurde sie ja an
einem Tag abgesagt. Wir haben sie uns also am ersten Mai angesehen.
Wir
kamen also rechtzeitig am Green Lake zur Parade an.... naja,
eigentlich knapp rechtzeitig. Durch Faiths Besorgungen waren wir
gerade 10 Minuten vor Beginn in der Nähe von einem der „Eingänge“.
Der Green Lake ist ziemlich groß, aber Kunming ist auch verdammt
groß: damit drängten sich viele Chinesen an diesem Ort. Wir haben
dann so-so Plätze erwischt und dann das Spektakel abgewartet. Ich
fand es ein wenig unangenehm, da das Gedränge schon sehr stark war.
Was wenn wer umfällt? Ist aber nicht passiert soweit ich mitbekommen
habe.
Wie angekündigt waren von jeder Provinz einzelne „Züge“ unterwegs. Alle hundert Meter gab es von den Zügen eine Performance... meist Tanz mit Musik. Kostüme und alles waren natürlich dabei. Wie erwartet waren einige bunte Gruppen dabei. Zum Beispiel so Kung Fu Kinder, auch die thailändische Minderheit die „Dai“ waren sehenswert. Dennoch waren einige der Züge nicht ganz... bei der Sache. Also eher weniger Show. Zumindest die Trachten waren bei den Meisten sehenswert. Aber ziemlich habe ich dann gestaunt als eine polnische Gruppe einmarschiert ist. Inklusive Trachten, Fahne und Musik und so. Die Letten haben mich dann gar nicht mehr so gewundert. Dann gab es noch eine Gruppe von offenbar irgendeiner Sambatanzschule. Soviel zu "ein Zug pro Distrikt". Diese war die erste „exotische“ Gruppe die aufgetaucht ist, mit lauter Westlichen Mitgliedern und einer eigenen schwarzen Trommelensemble. Mit typisch brasilianischen Karnevalskostümen waren die Damen sehr reizend anzusehen. Die Performance war auch sehr professionell, und ich habe bemerkt wieviel mehr... naja, elan die nicht-chinesischen Gruppen an den Tag legten. Die mexikanische Gruppe inklusive Sombreros war auch ganz nett, aber die waren im Vergleich zu den Polen und Letten wohl keine echten Mexikaner, das merkte man an dem Aussehen. Eher ein zusammengewürfelter Haufen von Laowais aus allen Herren Ländern. Die Chinesen waren zumindest echt.
Wie angekündigt waren von jeder Provinz einzelne „Züge“ unterwegs. Alle hundert Meter gab es von den Zügen eine Performance... meist Tanz mit Musik. Kostüme und alles waren natürlich dabei. Wie erwartet waren einige bunte Gruppen dabei. Zum Beispiel so Kung Fu Kinder, auch die thailändische Minderheit die „Dai“ waren sehenswert. Dennoch waren einige der Züge nicht ganz... bei der Sache. Also eher weniger Show. Zumindest die Trachten waren bei den Meisten sehenswert. Aber ziemlich habe ich dann gestaunt als eine polnische Gruppe einmarschiert ist. Inklusive Trachten, Fahne und Musik und so. Die Letten haben mich dann gar nicht mehr so gewundert. Dann gab es noch eine Gruppe von offenbar irgendeiner Sambatanzschule. Soviel zu "ein Zug pro Distrikt". Diese war die erste „exotische“ Gruppe die aufgetaucht ist, mit lauter Westlichen Mitgliedern und einer eigenen schwarzen Trommelensemble. Mit typisch brasilianischen Karnevalskostümen waren die Damen sehr reizend anzusehen. Die Performance war auch sehr professionell, und ich habe bemerkt wieviel mehr... naja, elan die nicht-chinesischen Gruppen an den Tag legten. Die mexikanische Gruppe inklusive Sombreros war auch ganz nett, aber die waren im Vergleich zu den Polen und Letten wohl keine echten Mexikaner, das merkte man an dem Aussehen. Eher ein zusammengewürfelter Haufen von Laowais aus allen Herren Ländern. Die Chinesen waren zumindest echt.
Das
Wetter war uns Hold: kein Regen diesmal. Nach so einer Stunde
vielleicht war alles vorbei, den Schluss der Parade stellten dann 4
Polizisten in schusssicheren Westen. Ziemlich beeindruckend. Weniger
beeindruckend war dann die nächste Reihe an Polizisten: 8 Polizisten
auf 4 Polizeimopeds.... bis sich die Massen an Chinesen dann langsam
zerstreuten dauerte noch lange. Wie schon berichtet gibt es einige hochgeladene Fotos, wen es interessiert. Einfach den letzten Eintrag lesen.
Das war dann der 1. Mai hier in China... martialische Maiaufmärsche und Demos gibt es selbst im kommunistischen China also nicht... sowas Vorsintflutliches gibt es halt nur von den Sozialdemokraten in Ländern wie Österreich organisiert.
Das war dann der 1. Mai hier in China... martialische Maiaufmärsche und Demos gibt es selbst im kommunistischen China also nicht... sowas Vorsintflutliches gibt es halt nur von den Sozialdemokraten in Ländern wie Österreich organisiert.
1.5.13
Der 1. Mai (Vorbericht)
ich werde noch ein wenig ausführlicher berichten, aber die fotos gibt es jetzt schon. auf meiner picasa seite könnt ihr die kommentierten fotos der parade finden die hier in kunming am 1. mai stattgefunden hat. viele leute, viele leute...
wo ist der link auf meine picasa seite? einfach googeln: picasa + meinem namen und schon seit ihr dort!
lg!
wo ist der link auf meine picasa seite? einfach googeln: picasa + meinem namen und schon seit ihr dort!
lg!
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